Archiv der Kategorie: Beschreibung

Paradoxon?

 

Paradoxon?

Mit dir verbunden,

um bei dir frei zu sein …

by zweitchance


Höhere Unlogik

„Ich bin anders als die Anderen!“

sagte ein Mensch.

„Ich vergleiche mich nicht mit ihnen!“

(c) rarum 2010


hoffnung (2)

 

hoffnung

wie salz in der wunde –

du lässt sie nicht heilen …

(c) rarum 2009


Allein

 

Ich bin nicht unbedingt einsam,

wenn ich mit mir allein bin.

Einsam bin ich erst,

wenn ich mich verlassen habe…

(c) rarum


Effi Briest und du (2009)

Wenn mich jemand fragt, ob es schwarze Freitage gibt: Ja, es gibt sie! Für mich war es dieser unselige 18. Dezember 2009. Meine kleine Libelle – so nenne ich liebevoll mein Auto, es schillert so wunderbar hellblaumetallic – zerschrammte an einem Verkehrsschild. Der Schaden: 4.500 Euro, das Schild in Schieflage. Ich musste auf der Polizei erscheinen wegen Beschädigung öffentlichen Verkehrsraumes oder so. Kein Wunder, dass ich ein wenig von der Rolle war. Beim verlassen des Präsidiums schob ich wohl das Mäppchen mit dem Führerschein und den Fahrzeugpapieren in meine Manteltasche, dachte ich wenigstens. Aber es landete lautlos im Schnee und ich hatte es nicht einmal bemerkt. Das hätte mir zusätzlichen Ärger bereitet.

Du hast es gefunden und dich bei mir gemeldet, Ehrlich wie du bist, sogar der Notfünfziger für alle Fälle war noch darin.

 Den Finderlohn lehntest du ab. In meiner Dankbarkeit lud ich dich zum Essen ein – Mittagessen, denn ein „Blind date“ in der Dunkelheit schien mir doch etwas zu riskant. Spontan hast du ja gesagt: Samstag Mittag in einem gemütlichen Gasthof am Stadtrand.

Ich habe keine Probleme, mich mit Männern zu verabreden, zumal ich kein Rendezvous im eigentlichen Sinne ansteuerte. Schließlich bin ich schon jahrelang Single.

 Lange Rede, kurzer Sinn: Der erste Eindruck von dir: ca. 10 Jahre jünger als ich, genau so groß,

kahler Kopf, kräftige Figur, leicht hinkender Gang, kein Traummann! Aber ich konnte geradewegs in deine braunen melancholischen Augen sehen, mit dunklen Pünktchen in der Iris. Und deine Stimme war angenehm leise. Irgendwas hattest du an dir, das ich mochte. Die Ausgeglichenheit?

 Was erzählt man sich denn, um die Zeit zu überbrücken? Lehrer warst du, Deutsch und Geografie. Warst? Ich stutzte, aber ich wollte nicht weiter fragen. Und so sprachen wir über meine Lieblingsthemen: Odysseus und ferne Länder. Es war eine angenehme Begegnung, bar jeder Verpflichtung zu weiteren Verabredungen, wir mussten ja einander nicht gefallen.

Auf dem Nachhauseweg kamen wir am Theater vorbei. Ich äußerte beiläufig, dass ich gerne wieder einmal ein Schauspiel besuchen würde…

 Vorige Woche riefst du an: „Sie geben Effi Briest. Wollen Sie mitkommen?“ Ich wollte. Und danach nahmen wir im Theatercafe noch einen Espresso.

„Ich möchte den Kontakt nicht abreißen lassen, aber ab morgen gehe ich wieder zur Chemo…“

Schlagartig begriff ich. Das Ende ist offen, ich blieb dir die Antwort schuldig. Seitdem muss ich immer wieder an dich denken: Mitleid mit einem Tapferen. Und ich bin so feige…

(c) rarum 2009


Kochen

Liebe geht durch den Magen,

heißt es,

aber manchmal ist ein Haar in der Suppe.

by zweitchance


Zugvögel II

Wie Notenköpfchen auf der Tonleiter

sitzen die Vögel auf den Drähten,

zwitschern ihre Abschiedsmelodie.

Foto: br-online


Oberpfälzer Morgen

Noch schlaftrunken

nimmt die Sonne ein Morgenmahl ein:

Sie schlürft Nebelsuppe

von den Teichen.

(c) rarum


Haiku: Cumulonimbus

Foto aus wetter.com

 

 

Blumenkohlgewölk

brodelt im sphärischen Topf

der Wetterküche.

(c) rarum


Haiku: Zum Berg


Blick zurück: Das Dorf

wie ein Spielzeug, hingestreut

auf grünem Teppich.

(c) rarum


Haiku: Blindschleiche

Silber räkelt sich

auf sonnenwarmen Steinen:

Blindschleichenwetter

(c) rarum


Kopfschmerzen

Verletzte Gedanken

gezerrte Meinungen

gebrochene Einfälle

geprellte Erkenntnisse

verwirrte Geistesblitze

eingeklemmt in Gehirnwindungen

stoßen an die Schädeldecke

~~~

KOPFSCHMERZEN

(c) rarum


Nix Obszönes

Nackt

schwarz

feucht und glitschig

räkeln sie sich auf dem Boden:

SCHNECKEN

😉


Gedichte und Menschen

Mit den Gedichten ist es wie mit den Menschen:

Manche sind symmetrisch,

kunstvoll gestylt,

äußerlich perfekt,

in Formen gepresst,

dem Diktat der Mode unterworfen –

aber HOHL.

Da lobe ich mir

die eckigen, kantigen –

authentisch,

mit aufrichtigem Charakter und Substanz.

by zweitchance


Haiku: Juniregen

Staccato trommelt

lautstark der Juniregen

auf mein Fensterbrett.

(c) rarum


Im falschen Film

Gelegentlich,

wenn das Leben ein Film ist,

mit Dialogen

in einer Sprache,

die ich nicht verstehen kann:

Dann lese ich eben die Untertitel!

(c) rarum


Zeit (4)

Aussichtslos

stemme ich mich

gegen die Zeiger der Uhr:

Die Zeit grient spöttisch –

und geht vorbei.

(c) rarum


Rasenmäherlyrik

hälmchengemetzel

meine grüne schlacht ist gewonnen

ein irrer duft

nach frischem heu

sauerampfer kauend

höre ich das gras wachsen

(c) rarum


Zeit (4)

Es ist die Anarchie der Stunden,

die mich verwundert,

manchmal kürzer oder länger,

dehnen sie sich oder ziehen sich zusammen,

schwimmen ineinander,

kommen und gehen, wie es ihnen beliebt …

(c) rarum


Minimärchen(10)

Ruckediguh, Blut ist im Schuh!

gurrten die Täubchen von den Dächern.

Die rechten Schuh sind noch daheim!

Jaja, so kann`s gehen, wenn man zum Wandern neue Schuhe anzieht.


Haiku: Kastanie

Weiß-rosa Kerzen

leuchten in den Baumkronen –

Kastanienblüten


Buschwindröschen

Der Wind

tuschelt mit den Anemonen.

Verschämt nicken Blütenköpfchen –

rosig angehaucht.

(c) rarum


Diplomatisch

Weibliche Diplomatie

ist die intelligenteste Form

der Verlogenheit.

… und die charmanteste dazu …

😉


Elf Worte: Schlehe

Hinterlistig:

Weiße Unschuld

Schwer bewaffnet!

Neuntöters Vorräte

auf Dornen gespießt –


Schlehbusch

(c) rarum


Frühlings-Haiku

 

Der Bäume Aura –

in wintermüden Augen

zartgrünes Blenden.

(c) rarum


Uckermark

Die Uckermark –

ein Windradpark!

Gegen hundert Riesen

wird Don Quijote kämpfen müssen!

Ein tapferer Krieger –

jedoch kein Überflieger!

Wie soll er siegen?

Rosinante kann nicht fliegen!

Sie ist nicht Pegasus.

Er wohl passen muss.

🙂


Die Farbe Grau

 

Das Grau

 

beschwichtigt,

dämpft,

scheut das Licht,

legt sich nicht fest,

schmälert Kontraste,

verwischt Konturen,

verschleiert den Horizont.

 

Weder Schwarz noch Weiß –

ist es elegant …

aber unaufrichtig!

 

(c) rarum


hoffnung (4)

hoffnung

du räuberin unserer zeit

hindernis auf unserem weg

deinetwegen verharren wir tatenlos

anstatt neue pfade zu suchen

by zweitchance


hoffnung (3)

hoffnung

große gauklerin

wir sind die narren

flehen dich an

zeige uns nur

was wir sehen wollen

illusionen



by zweitchance


fliehkraft

bei voller fahrt

loslassen

aus der bahn getragen werden

aufprallen

auf einem neuen weg

 

fliehkraft ist die kraft zu fliehen…

 

by zweitchance

 


Abschied auf modern

Was waren das für Abschiede, früher, als sich die Fenster der Eisenbahnwagen noch öffnen ließen. Man konnte entweder das Oberlicht aufklappen oder mit aller Kraft am Bügel ziehen und dann hoch hüpfen und ihn vollends herunter drücken, sich auf den Sitz knien, den Kopf durch das Fenster stecken und sich hinauslehnen, ein paar letzte Abschiedsworte wie das Lebe-wohl-Pass-gut-auf-dich-auf-Ich-hab-dich-lieb zurufen, aus dem anrollenden Zug heraus noch Kusshändchen werfen und winken, winken mit dem Taschentuch, so lange, bis der Zug aus dem Bahnhof ausgefahren und der geliebte Mensch am Bahnsteig nur noch als kleiner Punkt zu erkennen war. Dann wischte man sich eine Träne aus dem Auge, schneuzte sich ins selbige Taschentuch und schloss das Zugfenster.

Heute verriegeln sich die Türen automatisch, die Fenster lassen sich nicht mehr öffnen, das winken dauert nur ein paar Sekunden, falls der Zurückgebliebene ausreichend Kondition hat, neben dem anfahrenden Zug herzulaufen. Dann holt man eben schnurstracks sein Handy aus der Tasche und schreibt seinem Liebsten nach draußen schnell noch eine Abschieds-SMS…


Hohlorgan

Das Herz ist ein muskuläres Hohlorgan.

Es arbeitet unwillkürlich,

also ohne unser bewusstes Zutun.

 

Und wenn es verletzt wird,

krampft es sich zusammen.

(c) rarum


Mäusewelt

Auf den Wiesen taut es.

Das Versteckspiel ist vorbei.

Die Sonne verrät die geheime Unterschneemäusewelt.

Hungrig lauert schon der Bussard.

(c) rarum


Elf Worte: Kaleidoskop

Leben

schüttelt Muster

aus bunten Scherben

neue Träume

verändern die Sicht

(c) rarum


Wer hinter wem

Hinter einem erfolgreichen Mann

steht eine kluge Frau, heißt es.

Und hinter einer starken Frau?

Ein schwacher Mann!

Oder überhaupt keiner!

🙂

(c) rarum


Küchenkausalitäten


Jetzt, wo die Sonne wieder niedriger steht,

vermehrt sich der Staub in meiner Wohnung zusehends

… oder so.

😉


Blind Date (4)

Abgetörnt

Er erschien mit einem stoppeligen ungepflegten Fünftagebart. Ob er wohl seine Unterwäsche im selben Turnus wechselte wie er sich rasierte?

😉

(c) rarum


Damals fragte ich mich…

Atmen

Und damals fragte ich mich:

„Wie soll ich nur ohne ihn weiter leben!“

Doch die Lösung ist simpel:

ATMEN, ATMEN, ATMEN!

„Wieso habe ich mich das damals eigentlich gefragt!“

frage ich mich jetzt.

Hätte ich es nicht wissen müssen?

(c) rarum


Netz

Selbst

das stärkste Netz

ist nur eine Verknüpfung

von Löchern.

😉

(c) rarum


Durch das Fernglas

Manchmal

drehe ich das Fernglas um

und betrachte das Leben:

Wird nicht alles

plötzlich

 

klein und überschaubar?

(c) rarum


Wunderbares

Auch wenn wir uns irren,

indem wir an sie glauben:

Manche Illusionen sind einfach nur …

WUNDERBAR!

(c) rarum


Stöckchen – Das „Ich mag… ABC“

Ausnahmsweise habe ich mal Tinas Stöckchen aufgefangen. Hoffentlich kriege ich jetzt nicht laufend Werbemails. 🙂

Afrika – davon träumte ich schon als Kind

Barockmusik – vor allem Bach

Chili con carne – ich brauche es scharf 🙂

Dahlien – welche Farbenpracht in meinem Garten

Elefanten – ich konnte sie in freier Wildbahn beobachten


Fremdsprachen – sind meine Begabung

Geografie – war mein Lieblingsfach in der Schule

Holundergelee – selbstgemacht

Igel – possierliche Gesellen

Jasmintee

Klimt, Gustav – in Wien an jeder Ecke angeboten – leider

Leder – aller Art 🙂

Märchen – besonders von Andersen

Nougatpralinen – gefährlich!

Obsidian – wunderbarer Stein

Pflasterstraßen – sie haben so was uriges

Quod erat demonstrandum – gleichzusetzen mit gelöster Aufgabe

Regensburg – da will ich mich im Alter niederlassen – vielleicht

Schneegestöber – wenn ich nicht selbst fahren muss

Tango – aber nur zuschauen 🙂

Ungarn – Gott hatte ein gutes Händchen, als er dieses Land schuf.


Vogtland – meine Heimat

Weintrauben

X – Terra X (Fernsehserie)

Yachturlaub

Zitronen

Ännchen von Tharau – Volkslied

Ödipussi – und alles von Loriot

Übermut – aber maßvoll 🙂


Waldgedanken (1)

Momentan

bei dieser Witterung

schießen die Pilze …

…  wie Pilze aus der Erde!

🙂


Billard

Sie prallten frontal aufeinander wie zwei Billardkugeln.

Die ungebremste Heftigkeit raubte ihnen viel von ihrer Energie.

Tänzelnd um ihre eigene Achse,

berührten sie sich gelegentlich mit einem leisen Klicken.

Doch dann entfernten sie sich wieder voneinander,

bewegten sich weiter auf getrennten Wegen…


Sommerflieder und Chaostheorie

In meinem Garten blüht der Sommerflieder (Buddleja davidii). Er wird von Dutzenden Schmetterlingen umschwärmt. Hoffentlich löst das Gewimmel keine weiteren Katastrophen auf der anderen Hemisphäre aus.

„Predictability: Does the flap of a butterfly’s wings in Brazil set off a tornado in Texas?“ Edward N. Lorenz

Als Schmetterlingseffekt (engl. butterfly effect) bezeichnet man den Effekt, dass in komplexen dynamischen Systemen eine große Empfindlichkeit auf kleine Abweichungen in den Anfangsbedingungen besteht. Geringfügig veränderte Anfangsbedingungen können im langfristigen Verlauf zu einer völlig anderen Entwicklung führen.


Kinderarbeit ;)

Momentan habe ich leider wenig Zeit für den PC – bin am Kinder hüten. 😉

Das kann ich sehr gut, schon seit frühester Kindheit:

Die Zeitung mit den vier Buchstaben hätte sicherlich damals  folgendermaßen kommentiert:

Kinderarbeit in ostdeutschen Ferienverwahrlagern:

Schon halbwüchsige Mädchen werden dazu verdonnert, in ihren Schulferien verlotterte unglückliche Schulkinder zu hüten. Die Armen müssen auch im Sand Schuhe tragen und dürfen nicht einmal barfuß laufen. Je vier Kindern wird zum spielen ein Ball zugeteilt, bezeichnenderweise in Farbe ROT.


Aus dem Autoradio

O-Ton Radio PSR vom vergangenen Samstag:

Wissenschaftler haben jetzt heraus gefunden, warum Männer so auf Frauen in Lack, Vinyl, Gummi und Leder stehen.

Die Lösung liegt nahe:

Die Damen sehen aus wie neue Autos!

😉

PS: …und riechen wahrscheinlich auch so!


Im Detail

Gedanke auf einer FKK-Liegewiese

Ich finde Männer interessant nur in ihrer Ganzheit.

In den Details ihres Unbekleidetseins erschrecken sie mich entweder –

oder erheitern mich.

😉

(c) rarum


Passau oder Der niederbayrische Gruß

Am Hauptbahnhof Passau nahm ich mir ein Taxi zur Schiffsanlegestelle Lindau, denn bei einer Temperatur von 33 Grad hatte ich keine Lust, eine halbe Stunde auf den Bus zu warten. Der Taxifahrer fragte mich, woher ich denn komme, als ob es nicht schon an meiner Sprachmelodie zu hören sei. Nein, er machte keine blöde Bemerkung, sagte nur: Schöne Gegend, ich war auch schon dort.

Dann fuhr er mit mir durch die Stadt und erklärte mir im Schnelldurchlauf die Sehenswürdigkeiten: den Dom, die Veste Oberhaus und das Dreiflüsseeck, wo Donau, Inn und Ilz ineinander fließen, erzählte von der Gelassenheit der Passauer Bürger, die dem immer wiederkehrenden Hochwasser eine gute Organisiertheit entgegen zu setzen haben. Höflicherweise verschwieg ich, dass ich die Stadt bereits bei einem Urlaub im Bayrischen Wald erkundet hatte, denn ich wollte seinen Stolz auf seine Heimatstadt nicht mindern.

An der Anlegestelle hievte er mein Gepäck aus dem Kofferraum und trug es bis vor die Gangway. Dann verbeugte er sich leicht und sagte:

HABE DIE EHRE!

Vielleicht ist es in dieser Gegend üblich, sich so zu verabschieden. Jedenfalls hat dieser Gruß in meinen Augen einen gewissen altmodischen Charme. Möglicherweise war es ihm auch wirklich eine Ehre, mir seine Stadt zu zeigen, wer weiß…

(c) rarum


Haiku: Aufziehendes Gewitter

Aufziehendes Gewitter

Schweigende Vögel

Blitze teilen den Himmel

Schwarze Wolkenwand

@H.