Archiv der Kategorie: Er + Sie

Abschied auf modern

Was waren das für Abschiede, früher, als sich die Fenster der Eisenbahnwagen noch öffnen ließen. Man konnte entweder das Oberlicht aufklappen oder mit aller Kraft am Bügel ziehen und dann hoch hüpfen und ihn vollends herunter drücken, sich auf den Sitz knien, den Kopf durch das Fenster stecken und sich hinauslehnen, ein paar letzte Abschiedsworte wie das Lebe-wohl-Pass-gut-auf-dich-auf-Ich-hab-dich-lieb zurufen, aus dem anrollenden Zug heraus noch Kusshändchen werfen und winken, winken mit dem Taschentuch, so lange, bis der Zug aus dem Bahnhof ausgefahren und der geliebte Mensch am Bahnsteig nur noch als kleiner Punkt zu erkennen war. Dann wischte man sich eine Träne aus dem Auge, schneuzte sich ins selbige Taschentuch und schloss das Zugfenster.

Heute verriegeln sich die Türen automatisch, die Fenster lassen sich nicht mehr öffnen, das winken dauert nur ein paar Sekunden, falls der Zurückgebliebene ausreichend Kondition hat, neben dem anfahrenden Zug herzulaufen. Dann holt man eben schnurstracks sein Handy aus der Tasche und schreibt seinem Liebsten nach draußen schnell noch eine Abschieds-SMS…


Rosenkrieg, die Zweite

Verschanzt

eingegraben

alle Stellungen ausgebaut

alle Taktiken ausgeschöpft

alle Strategien erprobt

Feuer frei

Aug‘ um Auge

Zahn um Zahn

wie du mir

so ich dir!

 

In der Beziehung nichts neues!

(c) rarum


Verheddert

Als deine Liebe ging,

konnte ich sie nicht daran hindern:

Ich war gefangen

in den Schlingen des Alltags.

(c) rarum


Blind Date (7)

So wie er war noch nie ein Mann mit ihr umgesprungen: Er zeigte ihr die kalte Schulter, lies sie eiskalt abblitzen.  Sie konnte zunächst nicht verstehen, warum er sie bei ihrer zweiten Begegnung so rigoros ablehnte. War sie doch lediglich gekommen, um mit ihm einen netten Nachmittag oder Abend zu verbringen. Doch dann begriff sie: Er hatte Angst vor ihr, Angst, sie könnte ihn fragen, ob er mit ihr schlafen will. Sie hätte ihn nie gefragt.  Längst hatte sie erkannt, wie es um ihn bestellt war, schon bei ihrer ersten Begegnung.  Sie wollte trotzdem gerne mit ihm befreundet sein …

Sex ist ihr nicht so wichtig.


Verfälscht

Nein!

Ich darf nicht an dich denken.

Wenigstens einen Tag lang nicht!

Und auch nicht einen Augenblick in der Nacht!

 

Herzhüpfer verfälschten sonst

mein Langzeit-EKG.

😉


Heute und dann

Er ist zehn Jahre jünger als sie.

So eine Beziehung hat keine Zukunft!

 

Aber eine wunderbare Gegenwart!

 

😉

(c) rarum


A.s Heirat

A.  hat wieder geheiratet.

Nicht, dass er ihr nachtrauert. Sie bedeutet ihm nichts mehr.

Aber etwas nagt an seinem Ego: Eifersucht und Neid darüber, dass sie auch ohne ihn glücklich ist, ihn nicht vermisst, ihn nicht mehr braucht.

Obwohl das alles schon ewig her ist. Endgültig vorbei!

Er ist schon lange allein, hat nur virtuelle Beziehungen, keinen Sex: Versagensängste, die Potenz schwächelt.

Und doch würde er sich so gerne wieder einmal verlieben!

Armer alter Mann…


Minimärchen (6)

… Und dann …

nahm der Prinz

die liebreizende Prinzessin zu seiner Gemahlin.

Doch als die Wirkung des Zaubers schwand,

verwandelte er sich in einen Frosch

und sie sich in einen Hausdrachen.

 

(c) rarum


Elf Worte: Anstandshalber

Einfallslos:

ihr Gruß

 

Phrasenhaft:

seine Antwort

 

Für immer tot:

erkaltete Leidenschaft.

 

(c) rarum


Renovierung

 

Ich riss sein Bild

aus meinem Herzen.

Es blieb ein kahler Fleck.

Zeit zu renovieren!

(c) rarum


Wer hinter wem

Hinter einem erfolgreichen Mann

steht eine kluge Frau, heißt es.

Und hinter einer starken Frau?

Ein schwacher Mann!

Oder überhaupt keiner!

🙂

(c) rarum


Vorwurf

Du wirfst mir vor,

ich hätte dich nicht geliebt.

Ja, mag sein,

räume ich ein,

ich habe mich nie lächerlich gemacht

vor den anderen –

deinetwegen.

(c) rarum


Eingekerbt

Tief

ritzte er damals

ihren Namen

in den jungen Stamm.


Die Wunde des Baumes

ist schon lange verheilt.

 

(c) rarum


Netz (2)

Hilflos,

Dir ausgeliefert,

zappele ich im feinen Netz

Deiner Lachfältchen.

😉

(c) rarum


Blind Date (4)

Abgetörnt

Er erschien mit einem stoppeligen ungepflegten Fünftagebart. Ob er wohl seine Unterwäsche im selben Turnus wechselte wie er sich rasierte?

😉

(c) rarum


An das Leben

 

Leder und Seide,

Nähe und Weite,

Freiheit und Fesseln,

Orchideen und Nesseln,

Küsse und Wunden,

Nächte um Stunden

streiten,

versöhnen,

verlassen

verwöhnen,

ergeben,

gewinnen.

Ich will dich lieben

mit ALLEN Sinnen!

 

(c) rarum


Abschied und ankommen

Selbst in jedem Abschied

von Dir

will ich fühlen,

endlich

angekommen zu sein.

 

(c) rarum


Wen Frauen lieben

Tatsache ist:

Frauen lieben romantische Männer mit Hang zur Poesie, …

… aber sie vergnügen sich mit den Draufgängern.

😉

(c) rarum



Hand (1)

Als er am ertrinken war,

suchte er ihre rettende Hand.

Aber sie reichte ihm nicht einmal einen Strohhalm.

(c) rarum


Echo (1)

 

Als ich die Liebe suchte,

rief ich deinen Namen.

Doch nur das Echo kicherte zurück:

„…Kalt, …. kalt…!“

(c) rarum


Dreh dich niemals um

Als er einen Blick zurück warf,

sah er,

dass sie all seine kleinen Geschenke zerstört hatte:

Worte,

eingewickelt in Vertrauen und Zuneigung,

geschmückt mit einer Spur Verlangen,

verpackt in Witz und Humor.

Und die Splitter der zertretenen Buchstaben

trafen wie spitze Nadeln sein Herz.

 

(c) rarum

 


Der Vamp (2007)

 

Ein Vamp verwöhnt ihn heute Nacht –

mit Strapsen und „oben ohne“.

Da ist er plötzlich aufgewacht –

 

vom Schnarchen seiner Matrone.

🙂

(c) rarum 2007


Nicht dasselbe (2)

Es gibt keinen Mann in ihrem Leben,

nur gelegentlich Männer.

(c) rarum


Wie ein Ei …

… oder Frühstück aufs Zimmer 🙂

Manchmal

fühle ich mich

wie ein Ei

ohne Schale:

zerbrechlich

durchscheinend

empfindlich

schutzlos

verletzbar.

Und manchmal:

hartgekocht

schwer verdaulich

nicht zu genießen.

Aber am liebsten hätte ich,

wenn du mich auf deiner Zunge zergehen lässt:

mit einem Löffelchen Kaviar

und einem Schluck Chablis.

(c) rarum


Wozu ist das Leben da

„Das Leben ist zum leben da!“

sind meine Abschiedsworte an dich.

Doch du hebst nur ungläubig deinen Blick …

und arbeitest weiter.

(c) rarum


Auseinander fallen

In dem kurzen Augenblick

als du mich umarmtest,

fühlte ich:

Wenn du mich hältst,

werde ich niemals


a u s e i n a n d e r   f a l l e n.

(c) rarum


Anhaftung

Die Liebe –

eine klebrige Masse

nicht süß wie Honig

nein, zäh wie Teer.

Wie eine Klette

nicht abzustreifen,

vergebliches mühen

sie loszuwerden.

Und so haftet sie uns an,

starrsinnig,

selbst dann,

wenn wir uns verändern.

(c) rarum


Minimärchen (3)

Nein, ich küsse keine Frösche!

Auch nicht für einen Klumpen Gold!

(c) rarum


Liebesgedicht

Begnadige meine Augen,

die so kess und unverfroren

dich betrachten.


Vergib meinen Händen,

die an den geheimsten Orten

dich erkunden.


Verzeih meinen Lippen,

dass sie Freude finden

auf deiner Haut.

(c) rarum


Rosenkuss

blindlings

hast du die rose geküsst

duftnarkotisiert

dein gesicht vergraben

zwischen dunkelgrünen blättern

mit stachel im herzen

und blutenden lippen

wirst du erwachen

im letzten hauch

des sommers

(c) rarum


Lebensabschnittspartner

Gelegentlich

dauert

ein Lebensabschnitt

nur eine Nacht!


Billard

Sie prallten frontal aufeinander wie zwei Billardkugeln.

Die ungebremste Heftigkeit raubte ihnen viel von ihrer Energie.

Tänzelnd um ihre eigene Achse,

berührten sie sich gelegentlich mit einem leisen Klicken.

Doch dann entfernten sie sich wieder voneinander,

bewegten sich weiter auf getrennten Wegen…


Traumliebeangst

Angst – mir schlägt mein Herz nie lauter –

ich könnt‘ dich nicht sehen: Ich wäre blind.

Käme zu spät – bange ich voller Schauder –

wie einst der Vater durch Nacht und Wind.


Furcht – meine Augen würden verkleben,

wenn du vorbei gehst. Ich atmete Staub.

Könnt‘ dich nicht rufen mit stummen Lauten,

deine Schritte nicht hören: Ich wäre taub.


Panik – du würdest fremd mir werden

und meine Sprache nicht mehr verstehen.

Trauer – du könntest leise mir sterben

und zwischen den Fingern mir vergehen.


(c) rarum


Die alltäglichste Sache

Es klingelt.

Er steht vor der Tür und sagt:

„Ich habe gehört, hier ist ein Herz zu vergeben.“

„Ja“, erwidere ich.

„Komm herein. Möchtest du einen Kaffee oder lieber Tee?“


Nicht dasselbe

Nicht dasselbe…

Er träumte davon, mit ihr zu schlafen.

Sie träumte davon, mit ihm einzuschlafen.

Der Unterschied:

das gemeinsame Frühstück!

(c) rarum


Wahlfreiheit

Du bist mein „KANN“,

nicht mein „MUSS“.

Ich habe die Freiheit zu wählen:

Entweder DICH oder keinen!

(c) rarum


Zwei Fragen

Zwei Fragen

Warum liebe ich nicht denjenigen, der mich liebt?

Warum liebt mich derjenige nicht, den ich liebe?

Ich will es nicht wirklich wissen, denn es ändert nichts an den Tatsachen.

(c) rarum


Barockes

Rubens würde mich malen, wenn er noch lebte.

Permoser hätte mich in Stein gehauen, vor 300 Jahren.

Die eine Hälfte der Männer liebt üppige Frauen

und die andere Hälfte gibt es nur nicht zu.

Du würdest mich auf Händen tragen,

… wenn du es könntest. 🙂

Nun, ich nehme den Willen für die Tat.

@H


David Garrett vergangenen Freitagabend im ZDF – traumhaft!

Schnauz

Ich mag keine Oberlippenbärte.

Ihre Träger nehmen mir die Selbstbeherrschung.

Bei dir will ich eine Ausnahme machen.

Aber küssen darfst du mich nicht!

😉


Elf Worte: Hände

Diese Hände

schlank, makellos, gepflegt,

Pianist oder Chirurg?

Erkundet mich!

Überall!

@H.


Seelenpflaster (2)

Du willst das Pflaster auf der Seele sein,

bist aber nur das Trostpflaster!


(c) rarum


Verstricktes

VERSTRICKTES

 

Mein Umgang mit Männern:

Zwei links,

zwei rechts,

zwei fallen lassen…

😉

(c) rarum 2007


Kompliment an einen Mann

Das schönste Kompliment,

das ich an einen Mann zu vergeben habe,

lautet:

ICH MÖCHTE DICH NIEMALS ÄNDERN!

🙂


Simplicissima

Meine Augen schaun auf alle,

doch mein Herz, es sieht nur dich.

Darum, wenn ich dir gefalle,

bleib zur Nacht und halte mich.

Du wirst viele Frauen kennen,

schwören dir: Ich liebe dich!

Ich tu’s nie. Wirst du erkennen?

Niemand liebt dich so wie ich!

@H.


du bist … (aus 2008)

Du bist …

… der Regen,

der in die Wüste meiner Seele fällt.

Vergeblich baue ich Dämme,

um dich aufzuhalten.

Wo du mich berührst,

blühen Blumen,

tanzen Schmetterlinge.

Und ich frage mich:

Wie weit

muss ein Mensch die Wüste durchqueren,

um den Brunnen einer Oase zu wertschätzen?

@H.


Seelenpflaster

Du warst das Pflaster auf ihrer Seele,

aber auch Pflaster müssen von Zeit zu Zeit erneuert werden.


(c) rarum