Archiv der Kategorie: Gedichte

Metamorphose

Manchmal wünsche ich mir

eine große

Metamorphose

in mein Lieblingstier –

die Elefantenkuh.

Dann könnte ich ungebeten

laut herum trompeten,

in Porzellanläden

das Geschirr zertreten

in aller Ruh‘.

Mit meinem langen Rüssel

nähm‘ ich die größte Schüssel

und ließ sie allen,

die ich nicht leiden kann,

auf die Köpfe fallen.

Und hinter meiner Stirn

hätt‘ ich ein Superhirn.

Mit meiner dicken Haut

würd‘ ich mich nie verletzen

beim in den Fettnapf setzen.

Wär ich doch so gebaut !!

 😉

(c) rarum 2008


Angst dich zu lieben

Ja, es ist wahr,

ich habe Angst dich zu lieben:

Weil du mich fesselst ohne Seile,

ich dir folge, die Folgen ignorierend,

koste es was es wolle,

vor allem meine Unabhängigkeit.

Dann wird der Alltag einziehen

und ich werde mich fragen:

War es das wert?

Ich fürchte, die Antwort könnte lauten:

JA!

UND ICH HABE ES NICHT GEWAGT!

(c) rarum 2010



Februarmondin

Kalte Mondin, weiß und bleich.
Einsam heult der Wolf durchs Reich.
Will deine Stiefel lecken.
Vor Gier sieht er Rot!
Doch ohne der Sonne Strahl
wärst du nicht einmal fahl,
würdest erbärmlich verrecken –
*
wärst du längst tot!

(c) rarum 2008


hoffnung (1)

hoffnung

du fata morgana

spiegelung von wünschen

flimmerndes zerfließen

auflösen im fassen

nur sand in den augen…

(c) rarum 2008


Leben messen

Manchmal, wenn ich alleine bin,

dann schärfen sich meine Sinne,

ich nehme Bilder und Töne auf,

Illusionen und Farben: Ich spinne.

Wie gerne würde ich jeden Tag

solch‘ tiefes Empfinden erfahren.

Das Leben bemisst sich nach Intensität

der Gefühle – und nicht nach Jahren!

(c) rarum 2007



Festessen

Zimtsterne, Mandelkerne

Haselnüsse, Schokoküsse

Vanilleeis mit Himbeern heiß

Ragout fin, Dujardin

Kartoffelkloß, Calvados

Limonade, Remoulade

Cappuccino und ein Vino

Gänsebraten, Schokoladen

Torten

mit anderen Worten:

Viel zu viel

hat unser armer Magen

in diesen Tagen

zu ertragen.

(c) rarum 2008

😉

Ich wünsche allen Besuchern meiner Seite besinnliche Festtage.


Stress vor dem Fest (2009)

Energizer bunny

Im Moment hab‘ ich so eine Phase:

Ich fühl mich wie der rosa Spielzeughase –

der aus der Werbung mit der Langzeitbatterie.

Manie, Manie!

Wie aufgezogen 24 Stunden

dreh‘ ich am Tage meine Runden.

Ich denke schneller, sehe klar,

doch birgt dies in sich die Gefahr,

dass, wenn die Spannung nachlässt,

ich dann auf die Nase fliege

und wieder antriebslos am Boden liege.

(c) rarum 2009


Laubgedicht

Die letzten Blätter

an den Pappeln

zittern und zappeln

im herbstlichen Wind,

bis auch sie

segelnd,

trudelnd,

wirbelnd

auf der Wiese gelandet sind.

🙂


Immer noch

Nachts blinken uns Sterne,

die schon lange erloschen sind.

So höre ich

immer noch

deine Schritte im Flur,

seh‘ dein Gesicht über mir,

küsse deinen Mund.

(c) rarum


Vogelkundliches

Die Terminologie

der Ornithologie

kritisiere ich mit Verlaub:

Ich hörte niemals Krähen

krähen.

Und Tauben sind nicht taub!

😉

(c) rarum


Das Vakuum

Mit einem Kuss hast du ganz ungezogen

sämtliche Luft aus mir herausgesogen.

Doch die Sache lief sehr dumm,

denn es entstand ein Vakuum.

Und seit jenem Kusse –

sind wir aus einem Gusse.

🙂

(c) rarum 2007


Windgeburt


Es weht zur Nacht

ein kleiner Wind.

Wer ihn gemacht,

weiß jedes Kind:

Am Weiher plätschern munter Wellen.

Die ließen ihn aus dem Wasser schnellen.

😉

(c) rarum


Antikes

Amor trieb einst Schabernack,

zielte auf einen alten Sack.

Doch diesem war zuviel die Lieb`,

verpasste dem Göttlein einen Hieb.

Alles was blieb von Amor:

~~~

ein paar Bröckchen Marmor.

😉

(c) rarum


Minimärchen (12)

Es kam ein braver Jägersmann

am Königshof zu Ehren:

Denn er ritt furchtlos in den Tann,

erlegte Walderdbären.

😉

(c) rarum


Haiku: Wolken

Ziehende Wolken

wie Wäsche auf der Leine

blütenweiß im Wind.

(c) rarum


Wochenendbeschäftigung: die Steuererklärung

Ohje, jetzt haben wir die Bescherung,

ich vergaß die Steuererklärung,

habe den Termin versäumt,

den der Fiskus mir eingeräumt.

Ich könnte sie zum Monde schießen!

Als ob sich Steuern erklären ließen!

Ich habe diesen Tag verpasst,

jetzt komme ich sicher in den Knast.

Der Staat, er kann es doch nicht lassen,

mir laufend in die Tasche zu fassen.

Verlangt stets seinen Obolus.

Meine Knete ist futsch –

… und Gott zum Gruß …!

🙂

(c) rarum 2008


Rasenmäherlyrik

hälmchengemetzel

meine grüne schlacht ist gewonnen

ein irrer duft

nach frischem heu

sauerampfer kauend

höre ich das gras wachsen

(c) rarum


Nach der Welle

Ich habe Rotwein getrunken

an einem südlichen Strand

und malte gedankenversunken

„Ich liebe dich“ in den Sand.

Doch ist eine Welle gekommen

und hat im Handumdrehen

das „liebe dich“ fortgenommen.

Der Rotwein und „Ich“ blieben stehen.

(c) rarum 2007

Am meisten gesucht – deshalb wieder freigegeben 🙂


Mutter an Nachfahren

Dein erster Schrei –

er brachte dich zum leben,

ich wagte anfangs nicht,

dein Köpfchen hoch zu heben.

Dein erster Schritt –

die Welt stand nun im Lot.

Dein Augenlächeln:

„Ich werd‘ lang dich überleben!“

Denn erste Worte reden nicht vom Tod.

(c) rarum


Drama am Firmament

Es hatte einst ein heller Stern

ein süßes funkelndes Sternchen gern,

doch liebte dies den Schweif des Kometen

und sämtliche anderen Planeten.

Sogar dem Mond

hat es beigewohnt!

Der Stern rief: Du bist mir schnuppe!

und sprang in die Sternchensuppe!

🙂

(c) rarum


Frühling am Morgen

 

Der Frühling klingelte bei mir

heute an der Wohnungstür:

„Guten Morgen,

mein Name ist Lenz.

Wo brennt’s?“

Ein schmucker Malermeister

mit einem Eimer Kleister.

Schweren Herzens

ließ ich ihn weiterziehn

zu meiner Nachbarin…

😉

 

(c) rarum


Kommende Nacht: Sommerzeit !!!

 

Die Zeit ist reif,

sie hängt im Baum,

komm, lass sie uns pflücken.

 

Die Zeit ist reif,

weinschwer im Fass,

komm, lass sie uns trinken.

 

Die Zeit war reif

für jene Nacht,

komm, lass sie uns feiern!

 

(c) rarum


Tagtraum am Meer

… bis zum wiederlesen …

 

 

Im Schutze von goldsandenen Dünen,

erfüllt von mildem Frühlingsduft,

baute ich mir mit weiten kühnen

Gedanken ein Traumschloss in die Luft.

 

Es hatte hohe Mauern mit Zinnen,

einen goldenen Turm und Fenster voll Licht.

Ich fühlte den Sand durch die Finger rinnen,

ich lag am Meer und bewegte mich nicht.

 

Plötzlich hat sich ein Wind erhoben,

ich konnte die Sonne nicht mehr sehen.

Ist vor den Augen er mir zerstoben –

der Traum. Ich musste weiter gehen!

(c) rarum 2008


Geradehin

Manche Tage

sind zerronnen:

Nichts verloren,

nichts gewonnen,

nichts vollbracht,

nichts gemacht.

(c) rarum


Der kleine Eiszapf

 

Ein kleiner Eiszapf hing am Dach

und sprach zu sich ganz leise: „Ach,

ich wachs‘ jetzt runter und dann späh‘

ich mal ’ner Puppe ins Dekolletè.“

 

Ihm wurde so anders, ganz schwindlig und heiß,

rasant zerschmolz sein Herz aus Eis.

Dann rutschte er vom Dache.

Der Rest – eine Wasserlache!

 

© by Eva


Aus dem Herbst

 

Verstaut sind alle Blumentöpfe,

der Rasen ist ganz kahl rasiert,

die Vögel plustern ihre Kröpfe,

die Nacht wird kalt, ich glaub‘, es friert.

 

Vom Kirschbaum fliegen letzte Blätter,

der Horizont ist deutlich nah,

bekommen wir bald Winterwetter?

Der Herbst – er geht, doch ich bleib‘ da!

😉

(c) rarum


An das Leben

 

Leder und Seide,

Nähe und Weite,

Freiheit und Fesseln,

Orchideen und Nesseln,

Küsse und Wunden,

Nächte um Stunden

streiten,

versöhnen,

verlassen

verwöhnen,

ergeben,

gewinnen.

Ich will dich lieben

mit ALLEN Sinnen!

 

(c) rarum


Pferdestärke (2007)

nach einer wahren Begebenheit

(foto aus dem www)

 

Eine kleine Herde

Pferde

grast auf der Koppel vor unserem Haus.

Und als ich grad dachte:

„Jetzt büxt der wohl aus!“

Machte

der Hengst einen Satz über die Hecken,

die Welt zu entdecken.

Er brachte

die Nachbarn aus der Fasson

fraß die Geranien vom Balkon,

um sich zu stärken.

Dann trabte er fort,

in den Nachbarort

hinter den Bergen,

der Gute,

zu einer rossigen Stute.

Woher weiß er das nur?

Das ist die Natur!

😉

(c) rarum 2007


Herr Herbst

Sonogno Oktober 2009

Herr Herbst, Verzeihung, spürte nicht Ihr Kommen,

bin noch geblendet von den letzten Sonnenstrahlen.

Den Vogelzug seh ich am Horizont verschwommen.

Gedenken Sie, die Blätter ganz bunt anzumalen?

Nun, Herr Herbst, ich lasse mich erweichen,

und werde Ihnen brav den Farbtopf reichen,

wenn Sie versprechen, nicht gleich Sturm zu blasen,

ihn erst mal in Pandoras Box zu lassen,

nicht alle Spinngewebe zu zerfetzen,

vielmehr mit Perlentau sie zu benetzen.

Herr Herbst, den Sommer haben Sie vertrieben,

für Wein und Äpfel aber werde ich Sie lieben.

(c) rarum                                                                      😉


Olivenbaum (2008)


Ich wollte ein wenig alleine sein,

wanderte durch einen Olivenhain

und kam zwischen uralten knorrigen Bäumen

nach einem Glas Rotwein ganz schnell ins träumen.

Die Sonne schien auf meine Nase,

Hälmchen kauend lag ich im Grase.

Ich hielt Siesta, das Wetter war warm

und Morpheus nahm mich in seinen Arm.

Doch plötzlich: ein lauter donnernder Krach

und augenblicklich war ich wach.

Im Licht der Blitze – Halluzinationen.

Baumstämme wurden zu Dämonen,

zu Gnomen, Geistern und zu Trollen,

die wütend mit den Augen rollen.

Und im Schatten von bläulichen Blitzen

sah ich sogar den Teufel sitzen.

In Panik rannte ich ganz schnell

zurück ins schützende Hotel.

Bald hatte sich das Gewitter verzogen,

am Himmel prangte ein Regenbogen.

Und die Moral von der Geschicht:

Trink mittags nicht schon Rotwein nicht!

🙂

(c) rarum


Die Nacht

… oder: weil ich ihn liebe…


die nacht

ist sein feind

spitze schreie der lust

quälen ihn

durch dünne wände

seine hand

gleitet

über eigene haut

versucht ein liebkosen

wie sand so rau

schmerzt

die einsamkeit

der leib verweigert

doch sehnsucht bleibt

(c) rarum


Das Knie

Früher trug ich eine rote Korsage

als Aphrodisiakum.

Heute hab ich eine schwarze Bandage

ums Knie herum.

Oh, Meniskus!

🙂

(c) rarum


Liebesgedicht

Begnadige meine Augen,

die so kess und unverfroren

dich betrachten.


Vergib meinen Händen,

die an den geheimsten Orten

dich erkunden.


Verzeih meinen Lippen,

dass sie Freude finden

auf deiner Haut.

(c) rarum


Rosenkuss

blindlings

hast du die rose geküsst

duftnarkotisiert

dein gesicht vergraben

zwischen dunkelgrünen blättern

mit stachel im herzen

und blutenden lippen

wirst du erwachen

im letzten hauch

des sommers

(c) rarum


Limerick

nach einer wahren Begebenheit 😉

Ich kenn‘ einen Biker aus Weiden,

den mag ich richtig gut leiden.

Fuhr zu mir nach Hof er,

verlor seinen Koffer:

Er musste sich neu einkleiden.

(c) rarum


Traumliebeangst

Angst – mir schlägt mein Herz nie lauter –

ich könnt‘ dich nicht sehen: Ich wäre blind.

Käme zu spät – bange ich voller Schauder –

wie einst der Vater durch Nacht und Wind.


Furcht – meine Augen würden verkleben,

wenn du vorbei gehst. Ich atmete Staub.

Könnt‘ dich nicht rufen mit stummen Lauten,

deine Schritte nicht hören: Ich wäre taub.


Panik – du würdest fremd mir werden

und meine Sprache nicht mehr verstehen.

Trauer – du könntest leise mir sterben

und zwischen den Fingern mir vergehen.


(c) rarum


hoffnung (5)

Reflektionen – Wien, Stephansplatz

Meine Gedanken an dich

strahlte ich aus

als Hoffnung.

Sie prallten zurück

als Illusionen:

Reflektionen

eines verzerrten Spiegels.

(c) rarum


Marmelade (2008)

Sommerabend – und ich komm‘

mit Stachel-, Him- oder Brom-

und noch anderen Beerenarten

bei Bullenhitze

aus dem Garten.

Ich stehe hier und schwitze.

Doch nichts schmeckt so fade

wie ein Frühstück

ohne Beerenmarmelade.

Und durch meine Küche

ziehen süße Gerüche

und rufen Bienen und Wesper

zum Vesper.

Und später der Holunder

macht das Gelee noch bunter.

Bei diesem Duft, Kinder,

freu ich mich auf den Winter.

© rarum 2008


Papaver

Blutstropfenrot

auf  Windwellen schwimmen

im weizengelben Feld,

lachen in purer Freude

am Sein meines kurzen Lebens,

auch noch nach meinem verblühen

Rausch erzeugen.

Ich möchte eine Mohnblume sein –

im nächsten Leben.

@H.

😉




Haiku: Abend

Abend


Schmale Mondsichel

wie Scherenschnitt die Bäume

der Himmel nachtblau.

@H.


Haiku: Mittag

MITTAG

Rast – die Zeit steht still.

Hitze flimmert auf dem Weg.

Suche den Schatten.

@H.


Elf Worte: Liebeskummer

Liebeskummer?

Selbstmitleid

verletzter Stolz

gekränkte Eitelkeit

Eifersucht

Wut.

Irgendwann enden Gefühle!

@H.


Austauschbar

Ein Stich ins Herz, ein Seelenhieb,

zu lesen, was sie damals schrieb.

Mit selben Worten

gilt dem Andern nun ihr Liebeswerben,

flehen, säuseln, schwören.

Und du stehst vor all den Scherben:

„Ich will zu dir gehören!“

versprach sie einst.

Ich verstehe, dass du um sie weinst,

um Worte, die nur dir gewidmet waren:

Austauschbar –

an alle Männer und in allen Jahren!

@H.


Ländliche Erotik – etwas derb

Wenn dem Bauern wölbts die Hos,

aß er zu viel vom Hefekloß.

X

Hörst du quieken aus dem Stadel,

treibts der Bauer mit nem Madel.

X

Ist des Bauern Hose nass,

wars in der Früh noch feucht im Gras.

X

Wirds der Bäurin morgens schlecht,

liegts an der Nacht wohl mit dem Knecht.

X

Blühn auf der Wiese Buschwindröschen,

steigt die Magd aus ihren Höschen.

X

Und auch hinterm Rosenhaus

der Bauer zieht die Hosen aus.

X

Verweigert sich des Bauern Frau,

geht er flugs zu seiner Sau.

X

Komm‘ aus den Eiern keine Küken,

liegts am Hahn: zu blöd zum .. krähen.

@H.


In der Botanik

An milden Tagen so wie diesen,

lauf ich gern abends durch die Wiesen,

durch Wäldchen und auf Trampelpfaden

zur Kräftigung von Po und Waden.

Da höre ich aus dem Gesträuche

schmatzen, trampelnde Geräusche.

Ein Bullenkälbchen voll am glotzen

will den Durchgang sich ertrotzen.

Es hat den Bauern ausgetrickst –

ist von der Weide ausgebüxt.

Was mach ich nur! Tanz ich Bolero?

Nein, ich bin doch kein Torero!

Wie fing das tapf´re Schneiderlein

damals nur das Einhorn ein!

Am besten spring´ ich auf die Seite

und such im Unterholz das weite.

Bleib schön ruhig – keine Panik,

triffst Ochsen du in der Botanik!

@H.


Katzengedicht – Vielleicht im nächsten Leben

Vielleicht im nächsten Leben


Ich wäre gerne eine Katze,

meine Krallen an der Tatze

könnte ich ganz nach Belieben

ausfahr’n oder rückwärts schieben.

Ich fiel immer auf die Beine

und läg faul im Sonnenscheine.

Hätt‘ nicht täglich was zu fressen,

doch neigte ich wohl zu Exzessen,

trieb mich rum mit jedem Kater,

ganz egal, wer wohl der Vater

sei von meinen Katzenkindern.

Rieb sanft meinen Katzenhintern

an des Lieblingsmenschen Wade.

Bin keine Katze – jammerschade 🙂

@H.


Die Farbe Grün

Ich sitz‘ im Grünen unter Fichten,

will von grünen Dingen dichten.

Grün – die Farbe satter Wiesen,

Grün – der Schimmer von Türkisen.

Auch der Ort, aus dem wir stammen,

hat das Grün in seinem Namen.

Und ist an der Ampel grün,

kann die Karawane zieh’n.

Synonym für Gift und Neid,

auch Hoffnung und Beständigkeit.

Hoher Kirchen Kupferdächer,

bischöfliche Schlafgemächer,

Spechte, Finken und auch Frösche,

bloß nicht für die Unterwäsche!

Grün ist eines Baumes Blatt,

Grün zählt mehr als Rot beim Skat.

Grüne in der Politik,

Grün der Lorbeer für den Sieg.

In den Hundert-Euro-Schein

mischte man viel Grün hinein.

Und ist einer grad geboren,

ist er grün noch hinter´n Ohren.

Phosphor, Algen, Chlorophyll,

jetzt wird mir das Grün zuviel!

Ich leg‘ den Stift jetzt aus der Hand

und schau hinaus aufs grüne Land.

@H.


Willkommen und Abschied (nicht von Goethe)

Untertitel:

Manchmal bringt das Wiedersehen erst die Trennung.

Ich warte am Bahnsteig,

seh‘ ihn lässig winken

aus dem nahenden Zug.

Werden wir uns in die Arme sinken

oder gehen wir nur einen Kaffee trinken?

Mir ist ganz flau im Magen!

Ist unser Wiedersehen schon genug,

um uns endgültig Adieu zu sagen?

@H.


Griechisches Morgen-Grauen :)

Gedicht nach dem Genuss von Ouzo in einer griechischen Wahnsinns-Nacht


Violett war die Nacht,

sie schlich sich über die Inseln.

Wie große sanfte Tiere lagen sie im Meer.

Sie stahl es ihm –

ich hör den Regenbogen winseln –

dies Violett – oh Nacht,

komm, gib es wieder her!

Geh schlafen, Nacht,

jetzt kommt der neue Morgen.

Dem wird er das Orangerot gern borgen!

🙂

@H.


Keine Tangente – 2007

Niemand mehr hat so wie du

ganz lange meine Hand umschlossen.

Doch ich begriff nicht,

dass du verzweifelt Halt suchtest.

Ich gab dir meine Zuneigung –

ein Treffen im Unendlichen.

Keiner mehr hat so wie du

mit seiner Hand mein Herz berührt.

@H. 2007

♥♥♥♥♥♥