Archiv der Kategorie: Poesie

Haiku: Oktoberschnee

~

Der Herbst hat maßlos

zwischen den bunten Farben

Schneeweiß verplempert.

(c) rarum


Haiku: Katzenzungen

*

Abendwind vom See:

Wellen lecken zart am Steg

wie Katzenzungen.

*

(c) rarum


„Anbaden“ am Schwarzen Meer

*

Die kalten Finger

des Meeresgottes zwicken

frech in meine Haut.

😉

(c) rarum


Angst dich zu lieben

Ja, es ist wahr,

ich habe Angst dich zu lieben:

Weil du mich fesselst ohne Seile,

ich dir folge, die Folgen ignorierend,

koste es was es wolle,

vor allem meine Unabhängigkeit.

Dann wird der Alltag einziehen

und ich werde mich fragen:

War es das wert?

Ich fürchte, die Antwort könnte lauten:

JA!

UND ICH HABE ES NICHT GEWAGT!

(c) rarum 2010



Andante sostenuto

 

stimme aus samt

hülle mich ein

ich gleite entlang

auf jeder note die du spielst

an jedem ton den du singst

der du die trommel schlägst

seit anbeginn meiner zeiten

mein takt des lebens ist

ruhiges fließen jetzt

befreit

(c) rarum 2008


Kerbholz

 

Unendlich viele Kerben
in den Planken des Kahns –

unendlich viele versenkte Lieben …

(c) rarum


hoffnung (1)

hoffnung

du fata morgana

spiegelung von wünschen

flimmerndes zerfließen

auflösen im fassen

nur sand in den augen…

(c) rarum 2008


Leben messen

Manchmal, wenn ich alleine bin,

dann schärfen sich meine Sinne,

ich nehme Bilder und Töne auf,

Illusionen und Farben: Ich spinne.

Wie gerne würde ich jeden Tag

solch‘ tiefes Empfinden erfahren.

Das Leben bemisst sich nach Intensität

der Gefühle – und nicht nach Jahren!

(c) rarum 2007



Silvesternacht

Das Feuerwerk

deiner Blicke

lasse ich in kleinen Fünkchen

auf mich niederregnen!

~~~~~~~

Allen Besucher/Innen meiner Seite

wünsche ich ein gelingendes Jahr 2012.


Herzwellen

Meine Herzwellen –

kein Tsunami mehr.

Nur noch ein leises murmeln

an deinen Ufern…

(c) rarum


Artist

Zwischen zwei Zipfeln Realität

hängt ein Wunsch

an einem seidenen Faden.

Traumtänzer?

Luftnummer?

(c) rarum


Aus der Mode

Herbstsaison.

Die Bäume legen ihre Gewänder ab:

Blattgrün ist jetzt nicht mehr im Trend.

(c) rarum

… und sind sie die Herbsttöne leid
lassen sie alle Hüllen fallen –

Winterzeit.

Danke, liebe Marie-Rose.

😉


Immer noch

Nachts blinken uns Sterne,

die schon lange erloschen sind.

So höre ich

immer noch

deine Schritte im Flur,

seh‘ dein Gesicht über mir,

küsse deinen Mund.

(c) rarum


Naturgespräche

Ich sitze am Bach,

er hört mir zu,

murmelt sacht seinen Einwand.

*

Ich frage den Baum,

er weicht nicht aus,

wiegt versonnen die Krone.

*

Ich rufe den Fels,

er spiegelt mein Wort,

gibt es als Echo zurück.

(c) rarum


Haiku: gespiegelt

Silberlicht im Teich:

Der marode Angelsteg

reicht bis an den Mond.

(c) rarum


Oberpfälzer Morgen

Noch schlaftrunken

nimmt die Sonne ein Morgenmahl ein:

Sie schlürft Nebelsuppe

von den Teichen.

(c) rarum


Kornfeld

Lager im Feld

Dein Kuss in mir

dass selbst der Mohn noch errötet.

Und die Lerche

hoch droben

jubelt ein „Halleluja“.

(c) rarum


Vegetarische Diät

Noch kein Ende

für die Ente,

auch die Gans

bleibt ganz.

Es macht dich satt

ein Blatt

Salat?!

😉

(c) rarum


Haiku: Juniregen

Staccato trommelt

lautstark der Juniregen

auf mein Fensterbrett.

(c) rarum


Dem Liebsten zur Nacht

Du schläfst –

gewähre mir,

in deinem Traum zu sein.

(c) rarum


Haiku: Gewitter

 

Ein erzürnter Gott

stürzt sich aus allen Himmeln:

Blitz und Donnerknall.

(c) rarum


Haiku: Wolken

Ziehende Wolken

wie Wäsche auf der Leine

blütenweiß im Wind.

(c) rarum


Rasenmäherlyrik

hälmchengemetzel

meine grüne schlacht ist gewonnen

ein irrer duft

nach frischem heu

sauerampfer kauend

höre ich das gras wachsen

(c) rarum


Haiku: Nacht

Das Mondamulett

auf strasssteinbesetzem Samt –

klare Sternennacht.

(c) rarum


Papaver



Zartes Mohnblütenblatt

an meinen Lippen.

Ach, wäre es doch dein Mund,

Liebster…

(c) rarum


Nach der Welle

Ich habe Rotwein getrunken

an einem südlichen Strand

und malte gedankenversunken

„Ich liebe dich“ in den Sand.

Doch ist eine Welle gekommen

und hat im Handumdrehen

das „liebe dich“ fortgenommen.

Der Rotwein und „Ich“ blieben stehen.

(c) rarum 2007

Am meisten gesucht – deshalb wieder freigegeben 🙂


Jalousie

Ich spähte durch die Jalousien

vor meinem Herzen.

Ein vertrautes Bild:

Ich sah dich dort stehen!

 (c) rarum


Letzte Liebe


Welche Worte

könnte ich dir schreiben,

die ich nicht schon irgendwann einmal

irgendeinem Mann gesagt?

~~~

Nur diese hier:

Die Statistik gibt uns noch 20 Jahre.

Vielleicht!


Mutter an Nachfahren

Dein erster Schrei –

er brachte dich zum leben,

ich wagte anfangs nicht,

dein Köpfchen hoch zu heben.

Dein erster Schritt –

die Welt stand nun im Lot.

Dein Augenlächeln:

„Ich werd‘ lang dich überleben!“

Denn erste Worte reden nicht vom Tod.

(c) rarum


Gelber


Huflattich und Löwenzahn –

nie blühten die Wiesen gelber,

als ginge diese Farbe aus der Welt …

(c) rarum


Buschwindröschen

Der Wind

tuschelt mit den Anemonen.

Verschämt nicken Blütenköpfchen –

rosig angehaucht.

(c) rarum


Salzburg 1

Mozarteum

Aus geöffneten Fenstern

perlen Koloraturen,

purzeln Kadenzen

und auch falsche Töne,

diese schrägen Vögel.

Kein Konzert –

und trotzdem Harmonie!

(c) rarum 2010



Echo (3)

Als ich nach dir rief,

narrte mich das Echo von allen Seiten:

Orientierungslos

konnte ich deine Liebe nicht finden.

~~~~~~~

  by zweitchance


Haiku: Fukushima

 

Das Meer im sterben.

Wenn Fische Tränen hätten –

sie würden weinen!

(c) rarum


Frühlings-Haiku

 

Der Bäume Aura –

in wintermüden Augen

zartgrünes Blenden.

(c) rarum


Schwachstelle

Nur dort,

wo du mir unter die Haut gehst,

bin ich

VERWUNDBAR!

 

Wenn du zielst,

mich zu treffen,

 

verletzt du dich selbst!

 

(c) rarum


Was blieb

 

Kavalier meiner Zeiten,

keine Rose, die

zum Abschied mir blieb.

 

Nur dein Wort

wie blasse Blütenblättchen:

 

Vergissmeinnicht!

 

(c) rarum


Ewige Rosenkrieger

Schaukampf

im Ring der Gefühle –

mit dem Schutzschild der Höflichkeit

auf Distanz gehalten,

Floskeln,

nur um besser ausholen zu können,

kreuzen sich bald die Klingen.

 

Die Bosheit reibt sich die Hände,

die Eifersucht feuert an,


doch die Liebe sitzt weinend im Publikum.

 

(c) rarum


Tagtraum am Meer

… bis zum wiederlesen …

 

 

Im Schutze von goldsandenen Dünen,

erfüllt von mildem Frühlingsduft,

baute ich mir mit weiten kühnen

Gedanken ein Traumschloss in die Luft.

 

Es hatte hohe Mauern mit Zinnen,

einen goldenen Turm und Fenster voll Licht.

Ich fühlte den Sand durch die Finger rinnen,

ich lag am Meer und bewegte mich nicht.

 

Plötzlich hat sich ein Wind erhoben,

ich konnte die Sonne nicht mehr sehen.

Ist vor den Augen er mir zerstoben –

der Traum. Ich musste weiter gehen!

(c) rarum 2008


Clown

 

Das Lachen –

in mein Gesicht geschminkt.

Echt

ist nur die Träne im Auge.

(c) rarum


hoffnung (3)

hoffnung

große gauklerin

wir sind die narren

flehen dich an

zeige uns nur

was wir sehen wollen

illusionen



by zweitchance


All`mein Gedanken (4)

Ein kleiner Gedanke an Dich

werkelt auf meinem Gesicht:

Er schafft Platz für ein Lächeln.

😉

(c) rarum


Deine Freiheit

Wenn du bleibst,

ist mir dein atmen wie ein stilles Lied.

Und wenn du gehst,

genügt dein leises winken mir.

(c) rarum


Verheddert

Als deine Liebe ging,

konnte ich sie nicht daran hindern:

Ich war gefangen

in den Schlingen des Alltags.

(c) rarum


Winter (3)

 

Der Winter ist versöhnlich:

 

Er verflacht Tiefes,

rundet Eckiges,

dämpft Lautes,

entschleunigt die Zeit.

(c) rarum


Schnee

 

Demütig

neigen sich die Bäume

unter der schweren Last

bis sie zerbrechen.

 

Ich will kein Baum sein!

 

(c) rarum


Winter (2)

 

Der Winter ist großzügig:

Er ehrt einfache Zaunlatten mit weißen Bischofsmützen.

 

(c) rarum


Winter (1)

 

Der Winter ist ein liederlicher Gesell:

Allen Unrat kehrt er unter seinen weißen Teppich.

 

(c) rarum


Minimärchen (5)

Wie der süße Brei

quillt das Glück aus meinem Herzen.

Ich habe beschlossen,

das Zauberwort zu vergessen,

das es wieder zum Stillstand bringt.

 

(c) rarum


Antilyrik: Augen

Ihre Augen

sind wie ein See

in den hohen Bergen:

blaugrün

unendlich tief

glasklar

und

 

EISKALT!

(c) rarum