Archiv der Kategorie: Tagebuch

Weihostern

Kaum ist Weihnachten vorbei,
eiern wir schon wieder auf Ostern zu.

😉


Allein

 

Ich bin nicht unbedingt einsam,

wenn ich mit mir allein bin.

Einsam bin ich erst,

wenn ich mich verlassen habe…

(c) rarum


Leben messen

Manchmal, wenn ich alleine bin,

dann schärfen sich meine Sinne,

ich nehme Bilder und Töne auf,

Illusionen und Farben: Ich spinne.

Wie gerne würde ich jeden Tag

solch‘ tiefes Empfinden erfahren.

Das Leben bemisst sich nach Intensität

der Gefühle – und nicht nach Jahren!

(c) rarum 2007



Helle Köpfe

Nur nicht täuschen lassen:

Helle Köpfe

können auch aus Gips sein.

😉


Kalender

Wir sind so vermessen,

einen Kalender zu kaufen

in der Hoffnung,

dass wir all seine Tage erleben werden.

Doch keine Gewährleistung!

(c) rarum


Silvesternacht

Das Feuerwerk

deiner Blicke

lasse ich in kleinen Fünkchen

auf mich niederregnen!

~~~~~~~

Allen Besucher/Innen meiner Seite

wünsche ich ein gelingendes Jahr 2012.


Haiku: Wintersonne

Schräger Sonnenstrahl

bittet die Stäubchen zum Tanz.

Hausputz ist fällig!

(c) rarum


Option

Gelegentlich, an ungemütlichen Wintertagen, spiele ich gegen meinen Computer. Und wenn ich schon am verlieren bin, fragt mich mein PC:

 „Letzten Zug rückgängig machen?“

 Manchmal wünschte ich mir diese Option im wahren Leben.


Herzwellen

Meine Herzwellen –

kein Tsunami mehr.

Nur noch ein leises murmeln

an deinen Ufern…

(c) rarum


Festessen

Zimtsterne, Mandelkerne

Haselnüsse, Schokoküsse

Vanilleeis mit Himbeern heiß

Ragout fin, Dujardin

Kartoffelkloß, Calvados

Limonade, Remoulade

Cappuccino und ein Vino

Gänsebraten, Schokoladen

Torten

mit anderen Worten:

Viel zu viel

hat unser armer Magen

in diesen Tagen

zu ertragen.

(c) rarum 2008

😉

Ich wünsche allen Besuchern meiner Seite besinnliche Festtage.


Weihnachtswetter

Es schneegnet!

😉


Stress vor dem Fest (2009)

Energizer bunny

Im Moment hab‘ ich so eine Phase:

Ich fühl mich wie der rosa Spielzeughase –

der aus der Werbung mit der Langzeitbatterie.

Manie, Manie!

Wie aufgezogen 24 Stunden

dreh‘ ich am Tage meine Runden.

Ich denke schneller, sehe klar,

doch birgt dies in sich die Gefahr,

dass, wenn die Spannung nachlässt,

ich dann auf die Nase fliege

und wieder antriebslos am Boden liege.

(c) rarum 2009


Effi Briest und du (2009)

Wenn mich jemand fragt, ob es schwarze Freitage gibt: Ja, es gibt sie! Für mich war es dieser unselige 18. Dezember 2009. Meine kleine Libelle – so nenne ich liebevoll mein Auto, es schillert so wunderbar hellblaumetallic – zerschrammte an einem Verkehrsschild. Der Schaden: 4.500 Euro, das Schild in Schieflage. Ich musste auf der Polizei erscheinen wegen Beschädigung öffentlichen Verkehrsraumes oder so. Kein Wunder, dass ich ein wenig von der Rolle war. Beim verlassen des Präsidiums schob ich wohl das Mäppchen mit dem Führerschein und den Fahrzeugpapieren in meine Manteltasche, dachte ich wenigstens. Aber es landete lautlos im Schnee und ich hatte es nicht einmal bemerkt. Das hätte mir zusätzlichen Ärger bereitet.

Du hast es gefunden und dich bei mir gemeldet, Ehrlich wie du bist, sogar der Notfünfziger für alle Fälle war noch darin.

 Den Finderlohn lehntest du ab. In meiner Dankbarkeit lud ich dich zum Essen ein – Mittagessen, denn ein „Blind date“ in der Dunkelheit schien mir doch etwas zu riskant. Spontan hast du ja gesagt: Samstag Mittag in einem gemütlichen Gasthof am Stadtrand.

Ich habe keine Probleme, mich mit Männern zu verabreden, zumal ich kein Rendezvous im eigentlichen Sinne ansteuerte. Schließlich bin ich schon jahrelang Single.

 Lange Rede, kurzer Sinn: Der erste Eindruck von dir: ca. 10 Jahre jünger als ich, genau so groß,

kahler Kopf, kräftige Figur, leicht hinkender Gang, kein Traummann! Aber ich konnte geradewegs in deine braunen melancholischen Augen sehen, mit dunklen Pünktchen in der Iris. Und deine Stimme war angenehm leise. Irgendwas hattest du an dir, das ich mochte. Die Ausgeglichenheit?

 Was erzählt man sich denn, um die Zeit zu überbrücken? Lehrer warst du, Deutsch und Geografie. Warst? Ich stutzte, aber ich wollte nicht weiter fragen. Und so sprachen wir über meine Lieblingsthemen: Odysseus und ferne Länder. Es war eine angenehme Begegnung, bar jeder Verpflichtung zu weiteren Verabredungen, wir mussten ja einander nicht gefallen.

Auf dem Nachhauseweg kamen wir am Theater vorbei. Ich äußerte beiläufig, dass ich gerne wieder einmal ein Schauspiel besuchen würde…

 Vorige Woche riefst du an: „Sie geben Effi Briest. Wollen Sie mitkommen?“ Ich wollte. Und danach nahmen wir im Theatercafe noch einen Espresso.

„Ich möchte den Kontakt nicht abreißen lassen, aber ab morgen gehe ich wieder zur Chemo…“

Schlagartig begriff ich. Das Ende ist offen, ich blieb dir die Antwort schuldig. Seitdem muss ich immer wieder an dich denken: Mitleid mit einem Tapferen. Und ich bin so feige…

(c) rarum 2009


Körperlandschaft

Erster Schnee –

fast wie der Körper einer schönen Frau

  weiß gerundet ist die Landschaft …

***

… und er füllt die Schlaglöcher aus,

die noch seit dem vorigen Winter vorhanden sind.

😉


Scheitern

Den Gescheiterten wohnt etwas inne,

was anderen Menschen fehlt:

Mut zur Ungewissheit über den Ausgang eines Wagnisses.

(c) rarum


Schenker und Beschenkter sein

Selten ist so viel schauspielerisches Talent erforderlich wie beim überreichen und empfangen von Weihnachtsgeschenken. Es empfiehlt sich schon jetzt damit zu beginnen, Posen und Effekte vor dem Spiegel einzuüben. Nur so kann zum Heiligen Abend die richtige Physiognomie aufgesetzt werden.

Zum Beispiel beim Thema Überraschung:

Obwohl ihr euer Geschenk bereits beim gezielten durchstöbern des Kleiderschrankes gefunden habt, solltet ihr beim Empfang die Augen weit aufreißen, vor Freude die Hände zusammenschlagen und einen kleinen Luftsprung wagen ….. wenn euch das Geschenk gefällt.

Aber wehe, es trifft nicht nicht den Geschmack des Beschenkten. Hier ist die Beherrschung der Gesichtsmuskulatur gefragt. Seid auf den worst case gefasst, dann kann es gar nicht passieren, dass ihr die Fassung verliert. Bitte lächeln, lääächeeln….., auch bei der 5. Krawatte oder dem pinkfarbenen Kunstblumenstrauß. Bitte habt doch Verständnis. Jeder hat mal ein paar Gegenstände zu Hause, die er nicht mehr benötigt ….

Und noch ein Wort an die Schenkenden:

Eine besonders clevere Methode ist es, den Kassenbon mit unter das Geschenkpapier zu schmuggeln. So sieht der Beschenkte sogleich, wieviel er euch wert ist. Und der Umtausch kann auch leichter vonstatten gehen ….

😉

 (c) rarum 2007


Mückenspiel

Die allerletzten Mücken

spiel’n im Dezemberlicht.

Kommt, macht jetzt mal die Fliege,

eh‘ euch der Frost erwischt.

(c) rarum 2007


Verbrannt

Unter den Blasen wachsen langsam die Narben:

Ich legte meine Hand für dich ins Feuer…


Morgen ist er fällig …

Morgen ist er fällig!!

 Ich habe schon lange ein Auge auf ihn geworfen. Schlank ist er, fast zwei Meter groß, gerade gewachsen, voll mein Typ. Ich möchte ihn zum Weihnachtsfest gerne an meiner Seite haben. Und morgen ist er fällig!! Ein Schelm, wer arges dabei denkt! Ich rede natürlich hier von meinem Weihnachtsbaum 😉

 Vor mehr als zehn Jahren schenkte mir unser Nachbar, ein Forstarbeiter, eine Handvoll Setzlinge verschieder Nadelbäume, z.B. Tannen, Fichten und Kiefern. Sie waren nicht einmal gut genug für den einheimischen Forst und die angeliederte Weihnachtsbaumschule, durchgefallen sozusagen.

Bodenständig, wie ich nun einmal bin, pflanzte ich sie in den elterlichen Garten. In den ersten Jahren erhielten sie ab und zu eine Gießkanne voll Wasser, befreite ich sie von Unkraut, umkurvte sie geschickt mit dem Rasenmäher, umzäunte sie mit einem Maschendrahtzaun (eine vogtländische Spezialität, manche werden sich erinnern ..).

 Seither habe ich von dem einen oder anderen immer ein paar Zweiglein für den Weihnachtsschmuck oder für Grabgestecke entnommen. Jetzt wachsen sie mir buchstäblich über den Kopf …

 Morgen werde ich meinen Sohn beauftragen, den schönsten von ihnen zu fällen. Ich sehe mich zwar körperlich dazu in der Lage, aber nicht mental…, irgendwie ist mir der Baum ans Herz gewachsen.

 Einige Tage wird er noch auf dem Balkon verbringen müssen, bis ich ihn in die „gute Stube“ hole ….

 Fazit:

Jaja, soweit ist es schon mit mir gekommen, dass mir Bäume näher stehen als Menschen, aber sie haben mich ja auch nicht belogen und gedemütigt. Mittlerweile habe ich gelernt, mich zu wehren. Und falls ich manchmal mit spitzer Zunge über das Ziel hinaus schieße, bitte ich um Entschuldigung ….

(c) rarum 2007


Gedankenwichteln

GEDANKENAUSTAUSCH

ist ein bissel wie wichteln:

Du wählst liebevoll aus,

bekommst jedoch zurück,

was du nicht verwenden kannst,

dir nicht gefällt

oder andere nur los werden wollen.

(c) rarum


Geknackt

Walnusskerne

sehen aus wie kleine Gehirne.

Ob es zerebral etwas bewirkt,

wenn ich sie esse?

🙂


Die Meute

Triumph!

Es jubelt die Meute.

Doch schon beim verteilen der Beute

zerfleischt sie sich im Krieg.

Jeder denkt nur an den eigenen Sieg.

(c) rarum


Lautlos unsichtbar

Die Welt schlüpft unter eine Tarnkappe

und stopft sich Nebel in die Ohren.

Lautlos unsichtbar…


Horizontsicht

Durch die laublosen Pappeln

schimmern mir wieder fernblau

die Hügel am Horizont.

~~~

Mein Spätherbstblick…

***

Und meine liebste Co-Autorin Marie-Rose schreibt mir :

Mit jedem Blatt

das er dem Baum entzupft

zieht der Herbst einen kleinen Vorhang auf…


Igelin

Ich suche mir einen Laubhaufen

und rolle mich ein.

Wenn du es schaffst,

mich Igelfrau zu umarmen,

will ich mit dir gemeinsam

Winterschlaf halten.

😉


Antilyrik: Abendrot

Der Himmel färbt sich blutrot:

Die Nacht verschlingt den Tag.

😉


Artist

Zwischen zwei Zipfeln Realität

hängt ein Wunsch

an einem seidenen Faden.

Traumtänzer?

Luftnummer?

(c) rarum


Laubgedicht

Die letzten Blätter

an den Pappeln

zittern und zappeln

im herbstlichen Wind,

bis auch sie

segelnd,

trudelnd,

wirbelnd

auf der Wiese gelandet sind.

🙂


Über den Umgang mit Laub

Früher, als ich noch ein Kind war, durchstreifte ich die Gärten und sammelte wunderschöne herbstlich gefärbte Blätter. Diese klebte ich dann emsig in ein kariertes Schulheft und beschriftete sie sorgfältig.

 Heute raffe ich schnell das Laub auf dem Rasen zusammen. Und bevor es der Wind wieder auseinander bläst, stopfe ich es in einen Sack, den ich dann dem Biocontainer zuführe – heimlich fluchend über den nicht enden wollenden Blätterfall.



Spätnachmittag

Herbstspaziergang spätnachmittags im Sonnenschein.

Ich betrachte meinen Schatten:

langbeinig

schmalhüftig

flachbrüstig

aber:

kleinköpfig.

Es ist eben nichts vollkommen!

😉


Herbst – Versuch einer Allegorie

Herbst 

Die Natur benimmt sich wie ein alterndes Weib. 

Das jungfräuliche Weiß der Frühlingsblüten und 
das satte Grün der Sommerwiesen hat sie bereits 
hinter sich gelassen. 

Jetzt schmückt sie sich viel zu auffällig, 
ergreift ihre letzte minimale Chance, 
Aufmerksamkeit zu erheischen: 
rotes Weinlaub, Vogelbeeren und Hagebutten 
in toxischem Orange, goldene Ahornblätter, 
braune Kastanien, lilablaue Trauben 
sind ihr modisches Beiwerk. 
Und über allem wölbt sich der Himmel wie ein azurblaues Tuch. 
Kleine Diamanten aus Tau schimmern hochkarätig in der Sonne. 
Sie hat sich herausgeputzt, letztes Aufbäumen, 
bevor sie die Braut des Winters wird.
So, als könnte sie die grellen Farben nicht mehr ertragen, 
beginnt sie sich abzuschminken. 
Und am Morgen liegt sie fahl und bleich in einem Schleier 
aus bleigrauem Nebel.

Aber ihr Tod ist endlich, denn sie weiß, dass sie wiedergeboren
wird – im nächsten Frühling, in einer Robe aus weißrosa Blüten.

Im Gegensatz zu mir .....

Eiszeit

Eiszeit …

ist nicht unbedingt eine Jahreszeit

oder

eine Periode der Erdgeschichte …


Dem größten Pianisten aller Zeiten …

…zum 200. Geburtstag

Franz (Ferenc) Liszt:

 


Kochen

Liebe geht durch den Magen,

heißt es,

aber manchmal ist ein Haar in der Suppe.

by zweitchance


Höflichkeit?

Krankengeschichten.

Frage nie jemanden, wie es ihm geht,

wenn du es nicht wirklich wissen willst.

😉


Aus der Mode

Herbstsaison.

Die Bäume legen ihre Gewänder ab:

Blattgrün ist jetzt nicht mehr im Trend.

(c) rarum

… und sind sie die Herbsttöne leid
lassen sie alle Hüllen fallen –

Winterzeit.

Danke, liebe Marie-Rose.

😉


Immer noch

Nachts blinken uns Sterne,

die schon lange erloschen sind.

So höre ich

immer noch

deine Schritte im Flur,

seh‘ dein Gesicht über mir,

küsse deinen Mund.

(c) rarum


Nicht umkehrbar

Feiertagsausflug:

Dem Wanderer schmeckt ein Radler!

😉


Traumstoff

Flugzeuge

zerteilen die Himmelsseide.

Hab‘ mir ein Schnipsel Blau stibitzt,

bevor die Konturen verwehen.

(c) rarum


Farbig

Lausebengel Herbst

sprayt Farbe auf die Blätter,

treibt es richtig bunt!

😉

(c) rarum


Pflaumenkompott

Isst du Pflaumen warm,

rebelliert dein Darm:

Sie wirken gewaltig

auf die Peristaltik.

😆


Naturgespräche

Ich sitze am Bach,

er hört mir zu,

murmelt sacht seinen Einwand.

*

Ich frage den Baum,

er weicht nicht aus,

wiegt versonnen die Krone.

*

Ich rufe den Fels,

er spiegelt mein Wort,

gibt es als Echo zurück.

(c) rarum


Für und wider

Lied der Nachtigall –

vom Rauschen der Rotoren

heillos übertönt.

(c) rarum


Fallobst

Faul und wurmstichig

fällt das letzte Obst vom Baum.

Spätsommertage…

(c) rarum


Haiku: gespiegelt

Silberlicht im Teich:

Der marode Angelsteg

reicht bis an den Mond.

(c) rarum


Sündenliste

Selbst

wenn die Liste meiner Sünden

bis auf die letzte Zeile gefüllt wäre:

Wenn ich wüsste,

dass er es wert ist,

ich würde über den Rand hinaus schreiben

und das ganze Blatt

ringsum mit ihm verzieren…

… oder eine neue Seite aufschlagen.

(c) rarum


Zugvögel II

Wie Notenköpfchen auf der Tonleiter

sitzen die Vögel auf den Drähten,

zwitschern ihre Abschiedsmelodie.

Foto: br-online


Graues Haar

Heute entdeckte ich

das erste graue Haar zwischen den Locken …

…  meines Sohnes.

~~~

Wie doch die Zeit vergeht!

🙂


Sündenfall

Guter Rat an Eva:

Willst du den Herrgott nicht erzürnen,

lass den Apfel, iss die Birnen.

😉

(c) rarum


Oberpfälzer Morgen

Noch schlaftrunken

nimmt die Sonne ein Morgenmahl ein:

Sie schlürft Nebelsuppe

von den Teichen.

(c) rarum