Archiv der Kategorie: Tagebuch

Gutschein

Bei manchen Leuten ist sogar

kostenlose Bildung –

UMSONST:

~ ~ ~

Denn sie schufen einen Bildungsgutschein!


Bei Ludwig

„…Für Wanderer und Radfahrer gibt es eine 46,2 km lange Rundstrecke um den See herum, die mit kurzen Ausnahmen abseits der Straßen verläuft, aber nur selten direkten Zugang zum See ermöglicht, da die Ufer meist zu privaten Grundstücken gehören. …“

Quelle: Wikipedia – Starnberger See

Wos, Uferzugang?

Jo Herrschaftszeitn, wo sammer denn, wenn scho a jeder proletische Depp moant, er müsst im See versaufn, gell, Wiggerl?


Mandel

Unter einer harten Schale

steckt oft ein bitterer Kern.

(c) rarum


Stachlig

Abgeerntet.

Stoppelhalme.

Das Kornfeldbett

wird zum Fakirbrett.

(c) rarum


Haiku: Cumulonimbus

Foto aus wetter.com

 

 

Blumenkohlgewölk

brodelt im sphärischen Topf

der Wetterküche.

(c) rarum


Bergwiese


Nachdem Gott

die Bergwiese erschaffen hatte,

heftete er sie

mit vielen buntköpfigen Nadeln

an die Hänge.

 

😉

 

(c) rarum


Gebacken

Liebe muss aufgehen und wachsen

an einem warmen Platz

~~~

gerade so wie ein guter Hefeteig.

😉

(c) rarum


Bergkönigin

Bergkönigin 3343 m über NN

Wer nur kam auf die seltsame Idee,

die Königin der Dolomiten

nach einem Brotaufstrich zu benennen:

MARMOLADA

😆


Einladung

Du sagtest:

Ich lade dich ein in mein Leben.

Erwartungsvoll stehe ich nun davor,

spähe durch das Schlüsselloch der Zuneigung

in den hellen Raum der Liebe.

~~~

Doch er ist nicht aufgeräumt…

(c) rarum


Wicken

Am Sonntagnachmittag

ging ich pflücken

die letzten Wicken,

um mein Heim

damit zu schmücken!

***

Nur keine falschen Reime!

🙂


Haiku: Zum Berg


Blick zurück: Das Dorf

wie ein Spielzeug, hingestreut

auf grünem Teppich.

(c) rarum


Passstraße

Tornante venti due:

 

„Achtung!

Sie befinden sich gerade über einem 60 Meter tiefen Abgrund!

Wir unterbrechen kurz unsere Leitplanken…

~~~

… für ein Madonnenhäuschen!“

Seelig sind die, deren Glaube stärker ist als ihre Fahrkünste.

😉


Haiku: Blindschleiche

Silber räkelt sich

auf sonnenwarmen Steinen:

Blindschleichenwetter

(c) rarum


Kopfschmerzen

Verletzte Gedanken

gezerrte Meinungen

gebrochene Einfälle

geprellte Erkenntnisse

verwirrte Geistesblitze

eingeklemmt in Gehirnwindungen

stoßen an die Schädeldecke

~~~

KOPFSCHMERZEN

(c) rarum


Murmeln Murmeltiere?

Erkenntnis eines Bergaufenthaltes:

Nein, Murmeltiere murmeln nicht!

Eines pfeift, und die anderen machen Männchen!

Fast wie in der Firma…

😉


Knipser

Als die Batterien der Digitalkamera versagten,

waren sie gezwungen,

Bilder in ihrer Erinnerung zu speichern.

(c) rarum


Komm‘ ein bisschen mit…

… nach Italien.

 

Deiner verheißungsvollen Einladung konnte ich nicht widerstehen.

😉

BLOGPAUSE

Gardasee im Juli 2011

 


Entwurf eines Nachrufs

Wenn ich eines Tages

mit kleinen Flügelchen

auf meiner Wolke sitze und harfe,

wird man über mich sagen:

~~~

Sie war auf dem besten Wege,

eine Persönlichkeit zu werden.

😉

(c) rarum


Schlaraffenland

Süßrote Himbeeren am Strauch

in Höhe meines Mundes:

Ein Hauch von Schlaraffenland.

(c) rarum


Murphy am Montagmorgen

Es ist ein gutes Gefühl, mit dem Gedanken einschlafen zu können, am nächsten Morgen ausnahmsweise nicht in aller Herrgottsfrühe aufstehen zu müssen. Mal kein Weckerklingeln, nein, es kommt viel schlimmer: Der Wäscheplatz verwandelt sich in den Nürburgring. Dem Hausmeister hat es gefallen, ausgerechnet an deinem freien Tag morgens um sieben seinen Rasentraktormotor aufheulen zu lassen. Nachtruhe ade!

 Du hättest dir gewünscht, dass er auch zur Winterszeit seine Aktivitäten beim Schnee beräumen um diese Uhrzeit gestartet hätte. Aber das wäre wohl doch zuviel verlangt gewesen, schließlich ist es winters um sieben Uhr noch dunkel. Und so musstest du deinen Weg zur Straße oftmals selbst frei schaufeln.

 Nur nicht aufregen! Schließlich magst du doch den Geruch von frisch gemähtem Gras, auch wenn er mit einem Hauch von Abgasen vermischt ist. Steh auf und mach das Fenster zu, dann kannst du weiter schlafen – eventuell. Dein noch nachtschlafgetrübter Blick fällt auf den nackten braun gebrannten muskulösen Oberkörper des jungen Hausmeisters und dir kommt blitzartig die sündige Idee, du könntest vielleicht den Gärtner mal zum Bock machen. Aber genau so schnell wie sie kam, verwirfst du sie wieder. Die wilden Jahre sind vorbei, oder so. Also wohl doch aufstehen. Die Bügelwäsche wartet.

 Guten Morgen, Welt!


Ocker

Die Beeren der Ebereschen

preschen

dem Sommer davon:

Sie ockern schon!

😉

(c) rarum


Kornfeld

Lager im Feld

Dein Kuss in mir

dass selbst der Mohn noch errötet.

Und die Lerche

hoch droben

jubelt ein „Halleluja“.

(c) rarum


Haiku: Nachtappetit

Gelber Pfannkuchen

dunkler Pflaumenmushimmel

Vollmondnachthunger

😉

(c) rarum


Nix Obszönes

Nackt

schwarz

feucht und glitschig

räkeln sie sich auf dem Boden:

SCHNECKEN

😉


„Große“ Kinder

Wenn sie mal nicht wissen,

wo sie sonst hinsollen,

dann kommen sie

HEIM.


Nettiquette

manche leute reden ohne zwischenräume punkt oder komma genau so schreiben sie auch kennen sie keine großbuchstaben es ist eine zumutung ich würde sagen es neigt schon zu unhöflichkeit als einzige ausnahme lasse ich gelten dass sie schneller denken als schreiben können aber das scheint auch nicht immer der fall zu sein


Zerstochen

Nie wieder im ärmellosen Hemdchen Gartenarbeit, habe ich mir geschworen. Nicht, dass ich meine Arme verstecken müsste, nein, sie sind hantelbankgeformt mit ausgeprägten Bi-und Trizepsen. Aber im Moment verberge ich sie lieber: nicht ansehbar, weil total zerstochen und zerbissen.

Irgendein impertinentes Insekt hat die Dreistigkeit besessen, am Ärmelsaum entlang zu wandern und genüßlich an mir zu saugen. Und jetzt sind meine Schultern eine einzige rote Quaddel, von einem schmalen Streifen Sonnenbrand ganz zu schweigen! Warum nur bin ICH immer so zugerichtet, als gäbe es nur mich als Nahrungsquelle für diese Biester, jammere ich und beschmiere mich mit reichlich Kühlgel.

 Opa setzt sein listiges Greisengrinsen auf:

Hmm, süßes Blut, zu viele Sexualhormone.

Er kann sich entsinnen, dass da mal so was war. Also, sein Erinnerungsvermögen und seine geistige Fitness beruhigen mich jetzt doch ungemein.

😉

(c) rarum


Bordsprache

Seekranker mit ungesunder Gesichtsfarbe:

~~~

GRAUREIHER

😆

(c) rarum


Aussetzer

Jeder Mensch wird täglich von über hundert geistigen Aussetzern – zu neudeutsch auch Blackouts – heimgesucht, sagt die Wissenschaft. Die meisten sind unbedeutend, z. B. Tippfehler, andere dagegen lebensgefährlich, denn beim überfahren der roten Ampel hört der Spaß sichtlich auf.

 Um festzustellen, dass ich Aussetzer habe, brauche ich nicht erst die Wissenschaft zu bemühen. Aber dass es so viele sind, erstaunt mich schon.

Natürlich bin ich auch erleichtert, dass es allen Leuten so geht. Insgeheim neige ich schon dazu, an mir zu zweifeln, wenn mir wieder mal partout der Name eines ehemaligen Kollegen nicht einfallen wollte. (Die Gin-gi-um-Werbung hat ihre Daseinsberechtigung!) Ich tröste mich dann immer damit, dass er nicht so wichtig gewesen sei für mein Befinden, sonst hätte ich ihn wohl doch nicht vergessen, oder?!?

 Ich erinnere mich an meine Urgroßmutter, die erst die Namen ihrer sämtlichen Kinder, Schwiegerkinder, Enkel und Urenkel herbetete, frei nach dem Motto: Der richtige wird schon dabei sein. Bis sie dann auf meinen stieß und schlussendlich „Eeeeva“ ausrief, sichtlich froh, doch noch dem Kind einen Namen gegeben zu haben. Dann scheint mir meine vorhergehende Aussage doch nicht ganz korrekt. Wichtig war ich meiner Urgroßmutter schon. Band ich ihr doch die Schnürsenkel zu Schleifen, denn sie konnte sich nicht mehr bücken. Dabei hatte ich es doch selbst gerade erst gelernt, damals vor 50 Jahren.

Aber irgendwie weiche ich jetzt vom Thema ab. Eigentlich wollte ich meinen Aussetzer des gestrigen Tages beschreiben:

 Ich musste noch ein Feinwaschmittel kaufen, sowas wie Kai aus der Tube, für die kleine Handwäsche zwischendurch, denn der Urlaub naht mit Riesenschritten. Und nichts reduziert die Menge des Reisegepäcks mehr als so eine kleine mobile Waschmittelreserve. Entweder hatte ich meine Brille nicht auf – nein, das ist keine Entschuldigung. Ich konnte sehr wohl LESEN, was ich da in meinen Einkaufswagen legte, aber ich raffte es nicht, noch nicht einmal an der Kasse. Erst zu Hause, als ich im Begriff war, meinen Bügel-BH zu waschen (Das Teil kommt mir nicht in die Waschmaschine!), trat die schmirgelnde Wirkung meines Einkaufs zutage:

Ich hatte HANDWASCHPASTE erworben.

(c) rarum


Unmerklich

Einst zog ich in diese Stadt,

weil ich einen Mann liebte.

Ich bleibe,

weil ich diese Stadt liebe.


Silage

Mohnblumen im Luzernefeld:

Opium für das Vieh

😉

(frei nach Karl Marx)


Zweifel

Zweifel

sind ein untrügliches Merkmal

für einen fortgeschrittenen Denkprozess –

~~~

und oftmals auch sein einziges Resultat!

(c) rarum


Gedichte und Menschen

Mit den Gedichten ist es wie mit den Menschen:

Manche sind symmetrisch,

kunstvoll gestylt,

äußerlich perfekt,

in Formen gepresst,

dem Diktat der Mode unterworfen –

aber HOHL.

Da lobe ich mir

die eckigen, kantigen –

authentisch,

mit aufrichtigem Charakter und Substanz.

by zweitchance


Hoffnung (7)

hoffnung –

das brett vor unserem kopf


Das Vakuum

Mit einem Kuss hast du ganz ungezogen

sämtliche Luft aus mir herausgesogen.

Doch die Sache lief sehr dumm,

denn es entstand ein Vakuum.

Und seit jenem Kusse –

sind wir aus einem Gusse.

🙂

(c) rarum 2007


Haiku: Siesta

 Trägheit, Windstille,

eine fiebrige Sonne

lässt die Welt dösen.

(c) rarum


Getadelt

 

Eine Zurechtweisung

– auch in ausgewählte Worte gesetzt –

bleibt eine Maßregelung.

 

by Zweitchance


Großartiges Gefühl (3)

Ein großartiges Gefühl:

Niemandem mehr etwas beweisen zu müssen.

Nicht mal sich selbst!

😉


Verdächtig

Manchmal,

wenn ich so meinen Garten betrachte,

kommt in mir der heimliche Verdacht auf,

dass Noah in seiner Arche

auch säckeweise

Unkrautsamen

mitgenommen hat.

😉


Du rennst

Kennst du das auch?

 Du rennst und rennst und rennst, willst fliehen – und kommst nicht vom Fleck. Irgendetwas hält dich fest, zieht dich immer wieder zurück. Der Schweiß steht dir in großen Perlen auf der Stirn, deine Lippen sind spröde und aufgerissen, dir wird schwindlig. Dein Schrei erstickt lautlos, denn du bekommst keine Luft mehr…

~~~

Dann ist es Zeit, im Fitnessstudio vom Laufband zu steigen, ehe bei dieser Schwüle dein Kreislauf kollabiert.

😉


Friedhof

Gedanken am Grab einer fremden Frau:

Hat deine Liebe

dich im Leben

jemals so mit Blumen bekränzt

wie jetzt in deinem Tode?


Über das Glück

Einmal im Leben kommt jemand,

der alles auf den Kopf stellt,

und du bist glücklich darüber…

~~~

… oder zumindest nicht unglücklich …

🙂


Haiku: Juniregen

Staccato trommelt

lautstark der Juniregen

auf mein Fensterbrett.

(c) rarum


Murphy im Konzert

1. Diejenigen Konzertbesucher, die in der Reihenmitte ihre Plätze haben, erscheinen grundsätzlich zuletzt. Dann drängeln sie sich durch, natürlich partout von der Seite, auf der DU sitzt. Nachdem sie dir unsanft auf den Zeh getreten sind, stellen sie fest, dass sie sich doch in der Reihe geirrt haben.

 2. Ausgerechnet vor dir sitzt ein Zwei-Meter-Mann, der dir jegliche Sicht auf das Geschehen auf der Bühne versperrt. Deine Begleitung erbarmt sich und tauscht mit dir den Platz . Doch die Dame neben dem Zwei-Meter-Mann nervt, bis er ihr seinen Platz anbietet. Wobei wieder alles wäre wie gehabt, gell?

 3. Ich muss nicht noch erwähnen, dass du wieder neben einer Quasseltante sitzt, die es nicht geschafft hat, ihre Probleme zu Hause auszudiskutieren, einen Hustenanfall erleidet und sich danach unsanft in ihr Papiertaschentuch schneuzt, das sie vorher nicht ohne Knistergeräusche aus ihrer Handtasche zutage förderte. Und darauf natürlich: ein Bonbon!

 Aber niemand kann dir den Genuss an Beethovens Zweiter vergällen, wenn sie so hervorragend kraftvoll und präzise interpretiert wird wie von der Prague Philharmonia.

Und Banausen gibt es schließlich überall…


All‘ mein‘ Gedanken (6)

Mein kleiner Gedanke zur Nacht

schleicht auf Zehenspitzen

heimlich zu dir.

😉


Geburt des Traums

Die Mutter des lebensfähigen Traums heißt Realität.

Und seine Amme: Fantasie.

Vater?

Hat er keinen!

🙂

(c) rarum


Antiallergisches Schiffen

Pfingstreise

Plagt mich der Wegerich,

kribbelt der Ampfer,

fahr auf dem Wasser ich

mit dem Dampfer!

🙂


Im falschen Film

Gelegentlich,

wenn das Leben ein Film ist,

mit Dialogen

in einer Sprache,

die ich nicht verstehen kann:

Dann lese ich eben die Untertitel!

(c) rarum


Haiku: Gewitter

 

Ein erzürnter Gott

stürzt sich aus allen Himmeln:

Blitz und Donnerknall.

(c) rarum


Steigerung


Kalte Eiscreme

kühles Wasser

laues Lüftchen

warme Tage

heiße Nächte

~~~~~

Jetzt kommt mein Sommer!

🙂