Erotic

Ich wagte es nicht, eine imaginäre Grenze zu überschreiten, als ich mich in dich verliebte.

Deshalb handeln meine Träume von dem, was nie zwischen uns geschehen ist …


 

Unterwegs

Meinen Arbeitsweg kreuzt eine Eisenbahn oder auch mein Arbeitsweg kreuzt eine Eisenbahn – es kommt auf die Perspektive an. Hilfe, es wird schon wieder philosophisch! Eigentlich will ich doch nur erzählen, dass ich fast jeden Tag an einem Bahnübergang warten muss. Dabei fahre ich doch zu den verschiedensten Zeiten los, mal 2 Minuten eher, mal 2 Minuten später. Aber Murphy´s Gesetz scheint auch hier zu gelten.

Jedenfalls stehe ich wieder an der geschlossenen Schranke, vor mir ein knallgelber Kleinstwagen einer italienischen Marke, im Fond ein großer Teddybär und am Steuer ein äußerst bemerkenswerter Mann, soweit ich das über die Spiegel erkennen konnte. Ich dachte so bei mir: … das Auto hat er sicherlich von seiner Freundin geliehen. Bis mein Blick auf den Aufkleber fiel:

„Great lovers

don´t need

a big car! „

Hehe, du musst ganz schön gelenkig sein, um in diesem Auto als great lover zu bestehen. In meiner wilden Fantasie…. hmmm…

Da ging die Schranke auf, und ich fuhr ein paar Kilometer hinter ihm her, bis sich unsere Wege trennten. War ganz schön anregend, der Aufkleber :)*

@H.


Du!

Du gehst!

Du gehst unter!

Du gehst unter die Haut!

Ich gehe unter!

Ich gehe!

Ich!

@H.



Einsamer Wikinger-Wolf

Wenn der Sonnenwagen gen Nordland zieht, dann komm heraus aus deiner Höhle und besteige den Berg, auf dem du gewöhnlich das Mondlicht anbetest. Schau in die weite Ebene bis zum Meer. Dort kommt sie dir schon entgegen, die kleine Wölfin mit den bernsteinfarbenen Augen und dem glänzenden weichen Fell. Sie wird sich ganz eng an dein Herz schmiegen, so dass jedweder Schmerz daraus entweicht. Ihr werdet Schulter an Schulter durch die Wälder des Wikingerlandes streifen, so wie es einst Thor und Siv taten. Der Polarstern wird euch geleiten und die Nordlichter erhellen gespensterhaft in der Dämmerung euren Weg. Nichts wird euch trennen, bis eure Seelen in die Ewigkeit der Nebel von Avalon Einzug halten ….

@H.

Die Verwandlung

 

Der Abend war unterhaltsam, unsere Gäste sind bereits gegangen. Endlich kann ich aus meinem Kleid schlüpfen: Ich trage heute das gewagte, das eine königliche Haltung verlangt, um nicht zuviel preiszugeben. Es ist ein Kleid in meiner Lieblingsfarbe: dunkelblau mit einem Hauch Rot – dark purple. Ich bitte dich, mir beim öffnen des Reißverschlusses behilflich zu sein. Dann lasse ich es zu Boden gleiten und steige graziös darüber hinweg.

 

Du schaust mich an mit dem Blick, den ich nur allzu gut kenne, wartest auf das Startsignal. Ich halte dich noch ein wenig hin, denn ich kann mich beherrschen, in meinem eigenen Interesse.

 

Dann flüstert dir das Weib frivole Dinge ins Ohr. Du schiebst sie an dir herab auf die Knie, und sie lässt mit sich geschehen, was DU möchtest.

 

Aber du weißt genau: Nur, weil SIE es erlaubt, kannst du mit ihr tun, was du willst.

@H.


 

 

Aus meinen Briefen 1989

 

Liebes, ich küsse dich überall,

und am Wochenende dann auch mündlich.

(H. an E.)

 

Mein Parfüm –

der Duft deines Schweißes auf meiner ungewaschenen Haut…

(E. an H.)

 

Mein Bett bleibt heute ungemacht. Ich bete mein Kissen an, die Wölbung, die dein Kopf hinterließ, ist mein Fetisch. Mit dem Finger ziehe ich zärtlich die Konturen deines Körpers auf meinem Laken nach. Um den letzten Hauch von dir einzuatmen, presse ich mein Gesicht auf meine Decke….

(E. an H.)

 

Schmetterlinge, wir zarten Gebilde, leben nur einen Sommer lang. Wir sind nur geschaffen um zu lieben und zu sterben. Unser einziger Zweck ist, im erotischen Rausch von einem zum anderen zu torkeln…

Ich flattere auf dich zu, umschwärme dich. Dein männlicher Duft zieht mich unwiderstehlich an. Ich lasse mich auf deinem Phallus nieder, balanciere wie eine Ballerina auf einer Kugel, sauge gierig deinen Nektar auf, überwinde deinen haarigen Wald, verharre in deinem Nabel…

Erschöpft schläfst du ein. Wenn du am Morgen erwachst, bist du allein. Nur ein kleiner Fleck bunten Staubes von meinen Flügeln auf deinem Laken erinnert dich an mich…


 

 

UN-TREUE

Nur meine Hand allein kann nicht Verlangen stillen,

und Sehnsucht macht sich breit auf meinem Laken.

Fremde Hände werden sich durch meine Haare wühlen,

ein namenloser Mund küsst sanft mich auf den Nacken.

Für unbekannte Zungen werd´ ich meine Beine breiten,

dein fernes flüstern spüre ich an meinem Ohr.

Und während anonyme Glieder drängend in mich gleiten,

schließ ich die Augen und stell´ DICH mir vor.

@H.

 

 

 

Die Sonne versank bereits hinter kristallinen Nebelwänden. Es ist eine klirrendkalte Herbstnacht – grau und gebleicht, weil die Natur die bunten Farben des Herbstes nicht mehr ertragen kann.

Meine Hände sind erstarrt, mein Gesicht eisig weiß.

Du schleppst große Holzscheite aus dem Schuppen vor den Kamin.

„Meine Königin soll doch nicht frieren – ….“ Das Feuer ist entfacht und ausreichend genährt um weiterzuleben. „…weder von außen noch innerlich“! Lachend schenkst du mir einen Cognac in ein rauchfarbenes Glas. Ich trinke langsam einen kleinen Schluck und spüre, wie mich der Alkohol von innen ausbrennt.

Du streichelst meine Haut, deine Hände schrecken zurück, denn ich fühle mich immer noch kalt an. Ich beginne an den Stellen deiner Berührung zu schmelzen. Meine Lippen zerfließen unter deinen Küssen. Du zerrst mich auf das Fell vor dem Feuer und liebst mich leidenschaftlich, heftig. Ich spüre, wie ich mich auflöse in Feuchtigkeit.

Alles was von mir bleibt – ist ein Rinnsal auf den Holzdielen.

Du warst zu heiß – für mich – die Schneekönigin…..

@H.

 

Sie rieben sich aneinander voller Leidenschaft,

bis sie aufflammten wie die Zündhölzer…

und schnell herunterbrannten

ohne Substanz.

 

 

 

 

Lass sie nicht frösteln unter deinen Blicken,

sondern hülle sie ein in wärmende Worte.

Bedecke sie mit Liebe,

denn sonst wird sie sich nackt fühlen.


 

Mein Körper ist wie eine Landkarte,

auf der es keine unentdeckten Gebiete mehr gibt.

Deine zärtlichen Hände

haben mich restlos erforscht,

gefolgt von deinem Mund:

Jeden einzelnen Zentimeter…


 


 

Wie eine Saite auf deinen Körper gespannt

will ich mit dir erklingen,

und wie ein Bogen führt deine Hand

mich zum beben, seufzen, zerspringen.


 


 

 

 

Ich weiß nicht, wie ich ihn nennen soll, ich finde einfach kein Wort für den entscheidenden Augenblick: Wenn ich mich sanft aus deinen Armen löse, dir ganz langsam die Brille abnehme und sie außerhalb unseres Aktionsradiusses, unserer Reichweite deponiere. Es ist der Moment deiner absoluten Blindheit und Hilflosigkeit. Ich schiebe, stoße, zerre dich dorthin, wo ich dich haben will, wo wir uns ausgiebig lieben werden. Dieser kurze Moment meiner Macht über dich ist auch die Sekunde meines allerletzten Gedanken, bevor ich mich an dich verliere:
Hoffentlich kommst du nie auf die Idee, dir Kontaktlinsen zuzulegen…

 


 

 

 

 

… und die Prinzessin kniete vor ihm nieder und nahm den kleinen Drachen in ihren Arm. Ganz sacht, denn er war zerbrechlich, und sie wollte ihn in ihrer unendlichen Liebe nicht erdrücken.

Selten hatte er sich so geborgen gefühlt. Wohlige Schauer rannen über seinen Rücken. Dann ließ sie ihr Haar über seinen Körper fallen und deckte ihn vollends damit zu.

Er spürte sein Verlangen, wollte sie küssen, doch er wusste, dass sein Feuer sie verbrennen würde. So lehnte er nur seinen Kopf an ihren weißen Hals und fühlte ihren Pulsschlag – erregend schnell und unregelmäßig…


 

 

Ich möchte gern

an deiner Unterlippe nippen,

den Zeigefinger

zwischen deine Schulterblätter stippen.

Und meine Nasenspitze

schiebe ich hinein

in die Kuhle

zwischen Hals und Schlüsselbein.

Mit meinen Zehen

will ich über deine Waden streifen,

mit meiner linken Hand

beim duschen dir den Bauch einseifen,

die rechte

krault derweil das Haar auf deiner Brust.

Hast du Lust?

@H.