Schlagwort-Archive: Fauna

Metamorphose

Manchmal wünsche ich mir

eine große

Metamorphose

in mein Lieblingstier –

die Elefantenkuh.

Dann könnte ich ungebeten

laut herum trompeten,

in Porzellanläden

das Geschirr zertreten

in aller Ruh‘.

Mit meinem langen Rüssel

nähm‘ ich die größte Schüssel

und ließ sie allen,

die ich nicht leiden kann,

auf die Köpfe fallen.

Und hinter meiner Stirn

hätt‘ ich ein Superhirn.

Mit meiner dicken Haut

würd‘ ich mich nie verletzen

beim in den Fettnapf setzen.

Wär ich doch so gebaut !!

 😉

(c) rarum 2008


Vogel Strauß

*

Wer den Kopf in den Sand steckt,

kommt danach nicht umhin,

Augenwischerei zu betreiben.

(c)rarum


Krähen

*

Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Sie hätte aber sicherlich mörderisch Lust dazu.

😉


Minimärchen Osterphilosophie

Das Huhn sah verächtlich auf das Ei herab

und tönte überheblich:

„Und trotzdem war ich eher da als du!“

Das Ei schwieg.

„Also habe ich recht!“ gackerte das Huhn weiter.

*

Da kam ein Wanderer des Wegs

und sprach zum Huhn:

„Es sei, wie es sei.

Aber eines muss man dem Ei lassen:

Es ist viel schneller gar als du!“

😉


Zur Strafe

Der Elefant

sitzt im Porzellanladen

und kittet

die Scherben.

😉


Auf dem Bauernhof

… oder

welcher Gedanke mir kam bei der Geburt eines schwarzen Osterlämmchens:

Auch ich wäre gerne

– mit großem Vergnügen –

das schwarze Schaf

unter all den Ziegen.

😉


Februarmondin

Kalte Mondin, weiß und bleich.
Einsam heult der Wolf durchs Reich.
Will deine Stiefel lecken.
Vor Gier sieht er Rot!
Doch ohne der Sonne Strahl
wärst du nicht einmal fahl,
würdest erbärmlich verrecken –
*
wärst du längst tot!

(c) rarum 2008


Angel

Hinter einem fetten Wurm …

… lauert oft ein Haken.

😉


Mückenspiel

Die allerletzten Mücken

spiel’n im Dezemberlicht.

Kommt, macht jetzt mal die Fliege,

eh‘ euch der Frost erwischt.

(c) rarum 2007


Igelin

Ich suche mir einen Laubhaufen

und rolle mich ein.

Wenn du es schaffst,

mich Igelfrau zu umarmen,

will ich mit dir gemeinsam

Winterschlaf halten.

😉


Glücksbringer

„Oh, ein Hufeisen. Das bringt Glück!“

meinte der Abergläubische und bückte sich danach.

~~~

Da schlug das Pferd aus!

😉


Für und wider

Lied der Nachtigall –

vom Rauschen der Rotoren

heillos übertönt.

(c) rarum


Schafwolle

Paradox ist,

wenn geschorene Schafe

sich in die Wolle kriegen.

😉

(c) rarum


Vogelkundliches

Die Terminologie

der Ornithologie

kritisiere ich mit Verlaub:

Ich hörte niemals Krähen

krähen.

Und Tauben sind nicht taub!

😉

(c) rarum


Zugvögel II

Wie Notenköpfchen auf der Tonleiter

sitzen die Vögel auf den Drähten,

zwitschern ihre Abschiedsmelodie.

Foto: br-online


Zugvögel

Alle Vögel bitte einsteigen

und Vorsicht bei Abfahrt Abflug des Zuges!

😉


Haiku: Blindschleiche

Silber räkelt sich

auf sonnenwarmen Steinen:

Blindschleichenwetter

(c) rarum


Murmeln Murmeltiere?

Erkenntnis eines Bergaufenthaltes:

Nein, Murmeltiere murmeln nicht!

Eines pfeift, und die anderen machen Männchen!

Fast wie in der Firma…

😉


Kornfeld

Lager im Feld

Dein Kuss in mir

dass selbst der Mohn noch errötet.

Und die Lerche

hoch droben

jubelt ein „Halleluja“.

(c) rarum


Nix Obszönes

Nackt

schwarz

feucht und glitschig

räkeln sie sich auf dem Boden:

SCHNECKEN

😉


Vegetarische Diät

Noch kein Ende

für die Ente,

auch die Gans

bleibt ganz.

Es macht dich satt

ein Blatt

Salat?!

😉

(c) rarum


Minimärchen (12)

Es kam ein braver Jägersmann

am Königshof zu Ehren:

Denn er ritt furchtlos in den Tann,

erlegte Walderdbären.

😉

(c) rarum


Haiku: Kuckuck

Untergejubelt –

sein Ei im fremden Nestchen.

Pfeift sich eine Terz.

🙂

 (c) rarum


Haiku: Fukushima

 

Das Meer im sterben.

Wenn Fische Tränen hätten –

sie würden weinen!

(c) rarum


Elf Worte: Schlehe

Hinterlistig:

Weiße Unschuld

Schwer bewaffnet!

Neuntöters Vorräte

auf Dornen gespießt –


Schlehbusch

(c) rarum


Wortspüle (2) – Frühlingsvorbereitung

 

Lass doch mal den Walter walten,

er muss noch ein paar Falter falten.

😉


Komödiant

Ein Komödiant ist zurück.

Bühne frei für den Star!

Er parodiert in der Krone des Kirschbaums.

😉


Hoch oben

 

Sie sitzen hoch oben

und plustern sich auf!

 

IHNEN sei es verziehen,

den Amseln im Ahornbaum,

bei minus 10 Grad.

 

😉

(c) rarum


Dioxin

Die Philosophen streiten sich.

Was war eher:

Das Ei oder die Henne.


Ich denke darüber nach:

Wer begräbt den letzten Menschen…

 

(c) rarum


Allez hopp

Ich bedauere die kleinen Hunde. Momentan gleicht es einer artistischen Meisterleistung, das Hinterbein fast senkrecht an halbmeterhohe Schneehaufen zu heben, nur um ein paar gelbe Tröpfchen zu vergießen. Ach wie habe ich es gut, im geheizten Klo mich auf die Toilettenbrille zu breiten und meinen Geschäften nachzugehen. Wenn ich mir vorstelle, dass ich draußen im Spagat pinkeln müsste…

😉


Aus dem Herbst

 

Verstaut sind alle Blumentöpfe,

der Rasen ist ganz kahl rasiert,

die Vögel plustern ihre Kröpfe,

die Nacht wird kalt, ich glaub‘, es friert.

 

Vom Kirschbaum fliegen letzte Blätter,

der Horizont ist deutlich nah,

bekommen wir bald Winterwetter?

Der Herbst – er geht, doch ich bleib‘ da!

😉

(c) rarum


Insektliches

Wer Schmetterlinge im Bauch haben will,

muss demnach Raupen schlucken?

Igitt!

Dann lieber Hummeln im Hintern!

😉

(c) rarum


Pferdestärke (2007)

nach einer wahren Begebenheit

(foto aus dem www)

 

Eine kleine Herde

Pferde

grast auf der Koppel vor unserem Haus.

Und als ich grad dachte:

„Jetzt büxt der wohl aus!“

Machte

der Hengst einen Satz über die Hecken,

die Welt zu entdecken.

Er brachte

die Nachbarn aus der Fasson

fraß die Geranien vom Balkon,

um sich zu stärken.

Dann trabte er fort,

in den Nachbarort

hinter den Bergen,

der Gute,

zu einer rossigen Stute.

Woher weiß er das nur?

Das ist die Natur!

😉

(c) rarum 2007


Minimärchen (3)

Nein, ich küsse keine Frösche!

Auch nicht für einen Klumpen Gold!

(c) rarum


Haiku: Teich

Sanft schaukeln Wellen

Fröschlein im Seerosenbett.

Storchenalarm? Platsch!

😉

(c) rarum


Es herbstelt…

… die Schwälbchen sammeln sich schon auf den Telegrafenleitungen. Ach so, die gibt es ja nicht mehr überirdisch! Dann also: auf den Elektrizitätsleitungen. Ein sicheres Zeichen: Der nächste Winter kommt bestimmt!

Zu seiner Störchin spricht der Storch:

„Horch!

Es nähert sich der Winter sehr –

Ich bring‘ jetzt keine Kinder mehr!

Soll’n die ihre Kinder selber kriegen!

Ich will jetzt in den Urlaub fliegen!“

Und die Störchin klappert:“ Jaaaa –

Auf geht es nach Afrika!“

(c) rarum                                                                             🙂


Fiffy von Stadelheim sieht fern

Wieder mal: Aus dem Autoradio (gehört am vergangenen Donnerstag auf Antenne Bayern)

Fiffy von Stadelheim sieht fern

(Name geändert – die Autorin)


Der Hund einer Dame aus München erhielt von der GEZ (Gebühreneinzugszentrale – für diejenigen, die das nicht kennen :)) eine Aufforderung über die Zahlung von Rundfunk- und Fernsehgebühren zugesandt. Die Behörde konnte sich diesen Lapsus zunächst nicht erklären. Auf etwas intensivere Nachfrage gab die Dame schließlich  kleinlaut zu, auch für ihren Hund ein Kärtchen zu einem Preisausschreiben ausgefüllt zu haben, um ihre Gewinnchancen zu erhöhen.

Da hat der Wellensittich Bubi von Stadelheim aber wieder mal Glück gehabt, dass er der GEZ durch die Lappen gegangen ist. Wo er doch immer die „Sternstunden der Volksmusik“ illegal mitpfeift! Bei der Hartnäckigkeit dieser Institution drängt sich allerdings der Verdacht auf, dass Bubis Frauchen für ihn gar kein Kärtchen abgeschickt hat. Das finde ich nun wieder äußerst ungerecht, gell?

(c) rarum


Sommerflieder und Chaostheorie

In meinem Garten blüht der Sommerflieder (Buddleja davidii). Er wird von Dutzenden Schmetterlingen umschwärmt. Hoffentlich löst das Gewimmel keine weiteren Katastrophen auf der anderen Hemisphäre aus.

„Predictability: Does the flap of a butterfly’s wings in Brazil set off a tornado in Texas?“ Edward N. Lorenz

Als Schmetterlingseffekt (engl. butterfly effect) bezeichnet man den Effekt, dass in komplexen dynamischen Systemen eine große Empfindlichkeit auf kleine Abweichungen in den Anfangsbedingungen besteht. Geringfügig veränderte Anfangsbedingungen können im langfristigen Verlauf zu einer völlig anderen Entwicklung führen.


Ins Handwerk gepfuscht

So ein Gewitter und Platzregen aber auch!

Ich fischte ein paar fast leblose Bienen aus meinen Wasserfässern und setzte sie vorsichtig unter das Vordach auf die noch die Sonnenwärme der letzten Tage nachhaltenden Steine. Eine Viertelstunde später stach mich eine Wespe in den Arm. So sieht also der Dank der Natur aus – dafür, dass ich ihre Kreaturen gerettet habe! Oder ist es Strafe, weil ich Gott ins Handwerk pfuschte?

Wie dem auch sei, ich lasse mich nicht davon abhalten: Ich werde auch weiterhin verirrte Fröschlein von einer befahrenen Straße sammeln und sie zum nahen Weiher tragen. Der Storch kann mich nämlich nicht mehr beißen, hihi!!

(c) rarum


Horrorfilm? ;)

Ein dumpfer Geruch schlug ihr entgegen. Leichen pflasterten ihren Weg und der Boden war übersät mit Kadavern.

Nein, kein Horrorszenario, sondern der Zustand meiner Wohnung, als ich nach einwöchiger Abwesenheit meine Tür aufschloss. Und da lagen sie alle, die Fliegen, Spinnen, Heuschrecken, Käfer und Nachtfalter, die glaubten, heimlich mit mir leben zu können. Verdurstet! So kanns gehen!

😉

(c) rarum