Schlagwort-Archive: nachgedacht

Das Letzte

Definiert

ALTERSARMUT
ist:

…wenn die im letzten Hemd
auch noch auf dem letzten Loch pfeifen!

😦


Inventur

Ich zähle meine eingefrorenen Träume:

Einige sind verloren gegangen.

Ein wenig Schwund, na und?

Haltbarkeitsdatum überschritten?

Weg damit!

Doch dieser hier – sorgfältig eingeschweißt!

Ich werde ihn mir ans Herz legen,

wärmen,

auftauen,

zum Leben erwecken:

Mich und meinen Traum!


Geometrie des Lebens

Zwei

unendlich lange

parallele Geraden

schneiden sich

erst im Unendlichen.

 *

Wann und wo

berühren sich

zwei

endlich lange

parallel geführte Leben?

(c) rarum


Gründe

„Ich liebe dich weil…“

Braucht es einen Grund, jemanden zu lieben?

Muss es nicht eher heißen:

„Ich liebe dich obwohl…“

…du diese kleinen liebenswerten Fehler und Macken hast,

…die zu mehr oder minder schwerwiegenden Scheidungsgründen werden,

wenn die Magie verflogen ist?

Ich weiß, wieder mal total unromantisch 🙂


Krüppelkiefern

Baumgrenze

Oben ist die Luft dünn.

Wer kriecht – verkrüppelt!

Nicht nur die Kiefern…


Pfingstgedanke

*

Wie wäre die Welt wohl beschaffen,

wenn uns der Himmel

etwas weniger Heiligen Geist,

dafür aber mehr Hirn gesandt hätte?

*


Drei Wünsche

Voller Überschwang und Glück sagte er zu ihr:

Liebes, du hast drei Wünsche frei!

Sie antwortete:

Ich weiß, du bist sehr großzügig zu mir, dafür danke ich dir. Doch die Erfüllung meiner Wünsche liegt weder in deinem Ermessen noch in deiner Macht.

 

(c) rarum


Einigkeit

*

Wir suchten einander,

aber wir fanden nicht,

was wir vermissten.

Darin waren wir uns einig.

Wäre das nicht ein Anfang gewesen?

*


Höhere Unlogik

„Ich bin anders als die Anderen!“

sagte ein Mensch.

„Ich vergleiche mich nicht mit ihnen!“

(c) rarum 2010


Abbitte

Ich habe –

ohne dich um Erlaubnis zu fragen –

dich in diese Welt gesetzt.

Verzeih‘ mir,

dass ich dich geboren habe.


hoffnung (2)

 

hoffnung

wie salz in der wunde –

du lässt sie nicht heilen …

(c) rarum 2009


Kreislauf

*

Der Sinn des Lebens:

Die Suche nach dem Sinn des Lebens?

*


keine Schneeflocke

Eine unter vielen

im weißen Kleidchen

tanzen nach der Pfeife des Windes,

wie es ihm gefällt.

Niemals

möchte ich eine Schneeflocke sein!

(c) rarum


wendig

An Tagen,
an denen ich besonders wendig bin,
drehe ich mich schon mal um 360°.
😉


Rote Fäden

Ich klaube die roten Fäden
aus den Sackgassen
meines Lebens
und wickle sie auf zum Knäuel.

*
Verstrickt!

PS: … aber keine roten Socken   😉


Kerbholz

 

Unendlich viele Kerben
in den Planken des Kahns –

unendlich viele versenkte Lieben …

(c) rarum


hoffnung (1)

hoffnung

du fata morgana

spiegelung von wünschen

flimmerndes zerfließen

auflösen im fassen

nur sand in den augen…

(c) rarum 2008


Schneeflocken

Schneeflocken

Kristalle auf meinen Wimpern
Rinnsale aus meinen Augen
wie Tränen
doch sie brennen sich nicht in die Haut.

Willkommen auf meinem Gesicht!

(c) rarum


Allein

 

Ich bin nicht unbedingt einsam,

wenn ich mit mir allein bin.

Einsam bin ich erst,

wenn ich mich verlassen habe…

(c) rarum


Leben messen

Manchmal, wenn ich alleine bin,

dann schärfen sich meine Sinne,

ich nehme Bilder und Töne auf,

Illusionen und Farben: Ich spinne.

Wie gerne würde ich jeden Tag

solch‘ tiefes Empfinden erfahren.

Das Leben bemisst sich nach Intensität

der Gefühle – und nicht nach Jahren!

(c) rarum 2007



Angel

Hinter einem fetten Wurm …

… lauert oft ein Haken.

😉


Option

Gelegentlich, an ungemütlichen Wintertagen, spiele ich gegen meinen Computer. Und wenn ich schon am verlieren bin, fragt mich mein PC:

 „Letzten Zug rückgängig machen?“

 Manchmal wünschte ich mir diese Option im wahren Leben.


Stress vor dem Fest (2009)

Energizer bunny

Im Moment hab‘ ich so eine Phase:

Ich fühl mich wie der rosa Spielzeughase –

der aus der Werbung mit der Langzeitbatterie.

Manie, Manie!

Wie aufgezogen 24 Stunden

dreh‘ ich am Tage meine Runden.

Ich denke schneller, sehe klar,

doch birgt dies in sich die Gefahr,

dass, wenn die Spannung nachlässt,

ich dann auf die Nase fliege

und wieder antriebslos am Boden liege.

(c) rarum 2009


Effi Briest und du (2009)

Wenn mich jemand fragt, ob es schwarze Freitage gibt: Ja, es gibt sie! Für mich war es dieser unselige 18. Dezember 2009. Meine kleine Libelle – so nenne ich liebevoll mein Auto, es schillert so wunderbar hellblaumetallic – zerschrammte an einem Verkehrsschild. Der Schaden: 4.500 Euro, das Schild in Schieflage. Ich musste auf der Polizei erscheinen wegen Beschädigung öffentlichen Verkehrsraumes oder so. Kein Wunder, dass ich ein wenig von der Rolle war. Beim verlassen des Präsidiums schob ich wohl das Mäppchen mit dem Führerschein und den Fahrzeugpapieren in meine Manteltasche, dachte ich wenigstens. Aber es landete lautlos im Schnee und ich hatte es nicht einmal bemerkt. Das hätte mir zusätzlichen Ärger bereitet.

Du hast es gefunden und dich bei mir gemeldet, Ehrlich wie du bist, sogar der Notfünfziger für alle Fälle war noch darin.

 Den Finderlohn lehntest du ab. In meiner Dankbarkeit lud ich dich zum Essen ein – Mittagessen, denn ein „Blind date“ in der Dunkelheit schien mir doch etwas zu riskant. Spontan hast du ja gesagt: Samstag Mittag in einem gemütlichen Gasthof am Stadtrand.

Ich habe keine Probleme, mich mit Männern zu verabreden, zumal ich kein Rendezvous im eigentlichen Sinne ansteuerte. Schließlich bin ich schon jahrelang Single.

 Lange Rede, kurzer Sinn: Der erste Eindruck von dir: ca. 10 Jahre jünger als ich, genau so groß,

kahler Kopf, kräftige Figur, leicht hinkender Gang, kein Traummann! Aber ich konnte geradewegs in deine braunen melancholischen Augen sehen, mit dunklen Pünktchen in der Iris. Und deine Stimme war angenehm leise. Irgendwas hattest du an dir, das ich mochte. Die Ausgeglichenheit?

 Was erzählt man sich denn, um die Zeit zu überbrücken? Lehrer warst du, Deutsch und Geografie. Warst? Ich stutzte, aber ich wollte nicht weiter fragen. Und so sprachen wir über meine Lieblingsthemen: Odysseus und ferne Länder. Es war eine angenehme Begegnung, bar jeder Verpflichtung zu weiteren Verabredungen, wir mussten ja einander nicht gefallen.

Auf dem Nachhauseweg kamen wir am Theater vorbei. Ich äußerte beiläufig, dass ich gerne wieder einmal ein Schauspiel besuchen würde…

 Vorige Woche riefst du an: „Sie geben Effi Briest. Wollen Sie mitkommen?“ Ich wollte. Und danach nahmen wir im Theatercafe noch einen Espresso.

„Ich möchte den Kontakt nicht abreißen lassen, aber ab morgen gehe ich wieder zur Chemo…“

Schlagartig begriff ich. Das Ende ist offen, ich blieb dir die Antwort schuldig. Seitdem muss ich immer wieder an dich denken: Mitleid mit einem Tapferen. Und ich bin so feige…

(c) rarum 2009


Aus der Welt

Wer glaubt,

dass die Erde ist eine Scheibe ist –

fällt hinter seinem Horizont

aus der Welt!

(c) rarum


Scheitern

Den Gescheiterten wohnt etwas inne,

was anderen Menschen fehlt:

Mut zur Ungewissheit über den Ausgang eines Wagnisses.

(c) rarum


Verbrannt

Unter den Blasen wachsen langsam die Narben:

Ich legte meine Hand für dich ins Feuer…


Gedankenwichteln

GEDANKENAUSTAUSCH

ist ein bissel wie wichteln:

Du wählst liebevoll aus,

bekommst jedoch zurück,

was du nicht verwenden kannst,

dir nicht gefällt

oder andere nur los werden wollen.

(c) rarum


Die Meute

Triumph!

Es jubelt die Meute.

Doch schon beim verteilen der Beute

zerfleischt sie sich im Krieg.

Jeder denkt nur an den eigenen Sieg.

(c) rarum


Unter die Haut

Auch Wunden

gehen unter die Haut!

 


Artist

Zwischen zwei Zipfeln Realität

hängt ein Wunsch

an einem seidenen Faden.

Traumtänzer?

Luftnummer?

(c) rarum


Eiszeit

Eiszeit …

ist nicht unbedingt eine Jahreszeit

oder

eine Periode der Erdgeschichte …


Ausweg

Liebe findet immer eine Lösung.


Naturgespräche

Ich sitze am Bach,

er hört mir zu,

murmelt sacht seinen Einwand.

*

Ich frage den Baum,

er weicht nicht aus,

wiegt versonnen die Krone.

*

Ich rufe den Fels,

er spiegelt mein Wort,

gibt es als Echo zurück.

(c) rarum


Für und wider

Lied der Nachtigall –

vom Rauschen der Rotoren

heillos übertönt.

(c) rarum


Gutschein

Bei manchen Leuten ist sogar

kostenlose Bildung –

UMSONST:

~ ~ ~

Denn sie schufen einen Bildungsgutschein!


Scherben

Du gehst fort.

Die Scherben unseres Glücks

knirschen unter deinen Schritten.

 

(c) rarum


Mandel

Unter einer harten Schale

steckt oft ein bitterer Kern.

(c) rarum


Überlegen

Diejenigen, die überlegen,

sind meist denjenigen überlegen,

die nicht überlegen.

(c) rarum


Einladung

Du sagtest:

Ich lade dich ein in mein Leben.

Erwartungsvoll stehe ich nun davor,

spähe durch das Schlüsselloch der Zuneigung

in den hellen Raum der Liebe.

~~~

Doch er ist nicht aufgeräumt…

(c) rarum


Nettiquette

manche leute reden ohne zwischenräume punkt oder komma genau so schreiben sie auch kennen sie keine großbuchstaben es ist eine zumutung ich würde sagen es neigt schon zu unhöflichkeit als einzige ausnahme lasse ich gelten dass sie schneller denken als schreiben können aber das scheint auch nicht immer der fall zu sein


Zweifel

Zweifel

sind ein untrügliches Merkmal

für einen fortgeschrittenen Denkprozess –

~~~

und oftmals auch sein einziges Resultat!

(c) rarum


Gedichte und Menschen

Mit den Gedichten ist es wie mit den Menschen:

Manche sind symmetrisch,

kunstvoll gestylt,

äußerlich perfekt,

in Formen gepresst,

dem Diktat der Mode unterworfen –

aber HOHL.

Da lobe ich mir

die eckigen, kantigen –

authentisch,

mit aufrichtigem Charakter und Substanz.

by zweitchance


Hoffnung (7)

hoffnung –

das brett vor unserem kopf


Getadelt

 

Eine Zurechtweisung

– auch in ausgewählte Worte gesetzt –

bleibt eine Maßregelung.

 

by Zweitchance


Großartiges Gefühl (3)

Ein großartiges Gefühl:

Niemandem mehr etwas beweisen zu müssen.

Nicht mal sich selbst!

😉


Friedhof

Gedanken am Grab einer fremden Frau:

Hat deine Liebe

dich im Leben

jemals so mit Blumen bekränzt

wie jetzt in deinem Tode?


Über das Glück

Einmal im Leben kommt jemand,

der alles auf den Kopf stellt,

und du bist glücklich darüber…

~~~

… oder zumindest nicht unglücklich …

🙂


Poker (2)

Wer nichts mehr zu verlieren hat,

kann getrost alles auf eine Karte setzen.

(c) rarum


Geburt des Traums

Die Mutter des lebensfähigen Traums heißt Realität.

Und seine Amme: Fantasie.

Vater?

Hat er keinen!

🙂

(c) rarum