Schlagwort-Archive: unterwegs

Sprichwörtliches: Der Krug

Seitengasse in Taormina/Sizilien

Der Krug geht solange zu Wasser…

… bis das Kind in den Brunnen gefallen ist.

😉

(c) rarum


Zeitflug

*

Vor allem

beim fliegen

vergeht die Zeit

wie im Fluge!

😉

 


Gehupft…

Waldspaziergang

Den Pfützen ausweichen

auf dem sumpfigen Pfad:

nur durch Brennnesseln

und Brombeergebüsch.

Gehupft wie zerkratzt!

😉


Haiku: Katzenzungen

*

Abendwind vom See:

Wellen lecken zart am Steg

wie Katzenzungen.

*

(c) rarum


Krüppelkiefern

Baumgrenze

Oben ist die Luft dünn.

Wer kriecht – verkrüppelt!

Nicht nur die Kiefern…


„Anbaden“ am Schwarzen Meer

*

Die kalten Finger

des Meeresgottes zwicken

frech in meine Haut.

😉

(c) rarum


Minimärchen Osterphilosophie

Das Huhn sah verächtlich auf das Ei herab

und tönte überheblich:

„Und trotzdem war ich eher da als du!“

Das Ei schwieg.

„Also habe ich recht!“ gackerte das Huhn weiter.

*

Da kam ein Wanderer des Wegs

und sprach zum Huhn:

„Es sei, wie es sei.

Aber eines muss man dem Ei lassen:

Es ist viel schneller gar als du!“

😉


Ballon

Aufgeblasen,

viel heiße Luft,

abgehoben,

in höheren Sphären schwebend:

*

Nicht nur Ballons.

🙂


Kerbholz

 

Unendlich viele Kerben
in den Planken des Kahns –

unendlich viele versenkte Lieben …

(c) rarum


Schneeflocken

Schneeflocken

Kristalle auf meinen Wimpern
Rinnsale aus meinen Augen
wie Tränen
doch sie brennen sich nicht in die Haut.

Willkommen auf meinem Gesicht!

(c) rarum


Effi Briest und du (2009)

Wenn mich jemand fragt, ob es schwarze Freitage gibt: Ja, es gibt sie! Für mich war es dieser unselige 18. Dezember 2009. Meine kleine Libelle – so nenne ich liebevoll mein Auto, es schillert so wunderbar hellblaumetallic – zerschrammte an einem Verkehrsschild. Der Schaden: 4.500 Euro, das Schild in Schieflage. Ich musste auf der Polizei erscheinen wegen Beschädigung öffentlichen Verkehrsraumes oder so. Kein Wunder, dass ich ein wenig von der Rolle war. Beim verlassen des Präsidiums schob ich wohl das Mäppchen mit dem Führerschein und den Fahrzeugpapieren in meine Manteltasche, dachte ich wenigstens. Aber es landete lautlos im Schnee und ich hatte es nicht einmal bemerkt. Das hätte mir zusätzlichen Ärger bereitet.

Du hast es gefunden und dich bei mir gemeldet, Ehrlich wie du bist, sogar der Notfünfziger für alle Fälle war noch darin.

 Den Finderlohn lehntest du ab. In meiner Dankbarkeit lud ich dich zum Essen ein – Mittagessen, denn ein „Blind date“ in der Dunkelheit schien mir doch etwas zu riskant. Spontan hast du ja gesagt: Samstag Mittag in einem gemütlichen Gasthof am Stadtrand.

Ich habe keine Probleme, mich mit Männern zu verabreden, zumal ich kein Rendezvous im eigentlichen Sinne ansteuerte. Schließlich bin ich schon jahrelang Single.

 Lange Rede, kurzer Sinn: Der erste Eindruck von dir: ca. 10 Jahre jünger als ich, genau so groß,

kahler Kopf, kräftige Figur, leicht hinkender Gang, kein Traummann! Aber ich konnte geradewegs in deine braunen melancholischen Augen sehen, mit dunklen Pünktchen in der Iris. Und deine Stimme war angenehm leise. Irgendwas hattest du an dir, das ich mochte. Die Ausgeglichenheit?

 Was erzählt man sich denn, um die Zeit zu überbrücken? Lehrer warst du, Deutsch und Geografie. Warst? Ich stutzte, aber ich wollte nicht weiter fragen. Und so sprachen wir über meine Lieblingsthemen: Odysseus und ferne Länder. Es war eine angenehme Begegnung, bar jeder Verpflichtung zu weiteren Verabredungen, wir mussten ja einander nicht gefallen.

Auf dem Nachhauseweg kamen wir am Theater vorbei. Ich äußerte beiläufig, dass ich gerne wieder einmal ein Schauspiel besuchen würde…

 Vorige Woche riefst du an: „Sie geben Effi Briest. Wollen Sie mitkommen?“ Ich wollte. Und danach nahmen wir im Theatercafe noch einen Espresso.

„Ich möchte den Kontakt nicht abreißen lassen, aber ab morgen gehe ich wieder zur Chemo…“

Schlagartig begriff ich. Das Ende ist offen, ich blieb dir die Antwort schuldig. Seitdem muss ich immer wieder an dich denken: Mitleid mit einem Tapferen. Und ich bin so feige…

(c) rarum 2009


Körperlandschaft

Erster Schnee –

fast wie der Körper einer schönen Frau

  weiß gerundet ist die Landschaft …

***

… und er füllt die Schlaglöcher aus,

die noch seit dem vorigen Winter vorhanden sind.

😉


Spätnachmittag

Herbstspaziergang spätnachmittags im Sonnenschein.

Ich betrachte meinen Schatten:

langbeinig

schmalhüftig

flachbrüstig

aber:

kleinköpfig.

Es ist eben nichts vollkommen!

😉


Nicht umkehrbar

Feiertagsausflug:

Dem Wanderer schmeckt ein Radler!

😉


Traumstoff

Flugzeuge

zerteilen die Himmelsseide.

Hab‘ mir ein Schnipsel Blau stibitzt,

bevor die Konturen verwehen.

(c) rarum


Farbig

Lausebengel Herbst

sprayt Farbe auf die Blätter,

treibt es richtig bunt!

😉

(c) rarum


Naturgespräche

Ich sitze am Bach,

er hört mir zu,

murmelt sacht seinen Einwand.

*

Ich frage den Baum,

er weicht nicht aus,

wiegt versonnen die Krone.

*

Ich rufe den Fels,

er spiegelt mein Wort,

gibt es als Echo zurück.

(c) rarum


Haiku: gespiegelt

Silberlicht im Teich:

Der marode Angelsteg

reicht bis an den Mond.

(c) rarum


Bei Ludwig

„…Für Wanderer und Radfahrer gibt es eine 46,2 km lange Rundstrecke um den See herum, die mit kurzen Ausnahmen abseits der Straßen verläuft, aber nur selten direkten Zugang zum See ermöglicht, da die Ufer meist zu privaten Grundstücken gehören. …“

Quelle: Wikipedia – Starnberger See

Wos, Uferzugang?

Jo Herrschaftszeitn, wo sammer denn, wenn scho a jeder proletische Depp moant, er müsst im See versaufn, gell, Wiggerl?


Zugvögel

Alle Vögel bitte einsteigen

und Vorsicht bei Abfahrt Abflug des Zuges!

😉


Haiku: Cumulonimbus

Foto aus wetter.com

 

 

Blumenkohlgewölk

brodelt im sphärischen Topf

der Wetterküche.

(c) rarum


Bergwiese


Nachdem Gott

die Bergwiese erschaffen hatte,

heftete er sie

mit vielen buntköpfigen Nadeln

an die Hänge.

 

😉

 

(c) rarum


Bergkönigin

Bergkönigin 3343 m über NN

Wer nur kam auf die seltsame Idee,

die Königin der Dolomiten

nach einem Brotaufstrich zu benennen:

MARMOLADA

😆


Wicken

Am Sonntagnachmittag

ging ich pflücken

die letzten Wicken,

um mein Heim

damit zu schmücken!

***

Nur keine falschen Reime!

🙂


Haiku: Zum Berg


Blick zurück: Das Dorf

wie ein Spielzeug, hingestreut

auf grünem Teppich.

(c) rarum


Passstraße

Tornante venti due:

 

„Achtung!

Sie befinden sich gerade über einem 60 Meter tiefen Abgrund!

Wir unterbrechen kurz unsere Leitplanken…

~~~

… für ein Madonnenhäuschen!“

Seelig sind die, deren Glaube stärker ist als ihre Fahrkünste.

😉


Murmeln Murmeltiere?

Erkenntnis eines Bergaufenthaltes:

Nein, Murmeltiere murmeln nicht!

Eines pfeift, und die anderen machen Männchen!

Fast wie in der Firma…

😉


Knipser

Als die Batterien der Digitalkamera versagten,

waren sie gezwungen,

Bilder in ihrer Erinnerung zu speichern.

(c) rarum


Komm‘ ein bisschen mit…

… nach Italien.

 

Deiner verheißungsvollen Einladung konnte ich nicht widerstehen.

😉

BLOGPAUSE

Gardasee im Juli 2011

 


Ocker

Die Beeren der Ebereschen

preschen

dem Sommer davon:

Sie ockern schon!

😉

(c) rarum


Friedhof

Gedanken am Grab einer fremden Frau:

Hat deine Liebe

dich im Leben

jemals so mit Blumen bekränzt

wie jetzt in deinem Tode?


Murphy im Konzert

1. Diejenigen Konzertbesucher, die in der Reihenmitte ihre Plätze haben, erscheinen grundsätzlich zuletzt. Dann drängeln sie sich durch, natürlich partout von der Seite, auf der DU sitzt. Nachdem sie dir unsanft auf den Zeh getreten sind, stellen sie fest, dass sie sich doch in der Reihe geirrt haben.

 2. Ausgerechnet vor dir sitzt ein Zwei-Meter-Mann, der dir jegliche Sicht auf das Geschehen auf der Bühne versperrt. Deine Begleitung erbarmt sich und tauscht mit dir den Platz . Doch die Dame neben dem Zwei-Meter-Mann nervt, bis er ihr seinen Platz anbietet. Wobei wieder alles wäre wie gehabt, gell?

 3. Ich muss nicht noch erwähnen, dass du wieder neben einer Quasseltante sitzt, die es nicht geschafft hat, ihre Probleme zu Hause auszudiskutieren, einen Hustenanfall erleidet und sich danach unsanft in ihr Papiertaschentuch schneuzt, das sie vorher nicht ohne Knistergeräusche aus ihrer Handtasche zutage förderte. Und darauf natürlich: ein Bonbon!

 Aber niemand kann dir den Genuss an Beethovens Zweiter vergällen, wenn sie so hervorragend kraftvoll und präzise interpretiert wird wie von der Prague Philharmonia.

Und Banausen gibt es schließlich überall…


All‘ mein‘ Gedanken (6)

Mein kleiner Gedanke zur Nacht

schleicht auf Zehenspitzen

heimlich zu dir.

😉


Haiku: Gewitter

 

Ein erzürnter Gott

stürzt sich aus allen Himmeln:

Blitz und Donnerknall.

(c) rarum


Steigerung


Kalte Eiscreme

kühles Wasser

laues Lüftchen

warme Tage

heiße Nächte

~~~~~

Jetzt kommt mein Sommer!

🙂


Haiku: Wolken

Ziehende Wolken

wie Wäsche auf der Leine

blütenweiß im Wind.

(c) rarum


Vor dem Gewitter

Der erste Tropfen

auf den heißen Stein

ist immer ein Märtyrer.

🙂

(c) rarum


Nach der Welle

Ich habe Rotwein getrunken

an einem südlichen Strand

und malte gedankenversunken

„Ich liebe dich“ in den Sand.

Doch ist eine Welle gekommen

und hat im Handumdrehen

das „liebe dich“ fortgenommen.

Der Rotwein und „Ich“ blieben stehen.

(c) rarum 2007

Am meisten gesucht – deshalb wieder freigegeben 🙂


Minimärchen(10)

Ruckediguh, Blut ist im Schuh!

gurrten die Täubchen von den Dächern.

Die rechten Schuh sind noch daheim!

Jaja, so kann`s gehen, wenn man zum Wandern neue Schuhe anzieht.


Haiku: Kastanie

Weiß-rosa Kerzen

leuchten in den Baumkronen –

Kastanienblüten


Kleine Bestie

Aus der Hand fressen

ist die Vorbereitung

zum zubeißen.

😉

(c) rarum


Gelber


Huflattich und Löwenzahn –

nie blühten die Wiesen gelber,

als ginge diese Farbe aus der Welt …

(c) rarum


Klassentreffen

Gestern erhielt ich eine Einladung zu einem Klassentreffen:

X Jahre Abitur, wobei X eine durch zehn teilbare Zahl ist, die mich erschrecken ließ.

Ach ja, werde wohl mit alten Männern tanzen, die auf die Sechzig zugehen.

😉


Haiku: Was die Schildbürger nicht vermochten

Leuchtet nachts den Weg

Sonnenlicht eingefangen

Solarlampenschein

(c) rarum 2009


Salzburg 1

Mozarteum

Aus geöffneten Fenstern

perlen Koloraturen,

purzeln Kadenzen

und auch falsche Töne,

diese schrägen Vögel.

Kein Konzert –

und trotzdem Harmonie!

(c) rarum 2010



Aus dem Autoradio (2) – Ostern

O-Ton Radio PSR vorgestern früh:

„…Wir werden gleich mit einer Hautärztin darüber sprechen, ob Eier färben gesundheitsschädlich ist…“

Ich bin zwar keine Hautärztin, aber man(n) sollte schon sorgsam mit seinem Körper umgehen.

:)*


Echo (3)

Als ich nach dir rief,

narrte mich das Echo von allen Seiten:

Orientierungslos

konnte ich deine Liebe nicht finden.

~~~~~~~

  by zweitchance


Auf der Insel


Sollte auf Sizilien

ganz heiß ich mich fühlien,

~~~

stand mein Bett nah

am Ätna!

😉

(c) rarum


Elf Worte: Schlehe

Hinterlistig:

Weiße Unschuld

Schwer bewaffnet!

Neuntöters Vorräte

auf Dornen gespießt –


Schlehbusch

(c) rarum


Frühlings-Haiku

 

Der Bäume Aura –

in wintermüden Augen

zartgrünes Blenden.

(c) rarum